Model-3 Produktion in der Tesla Giga-Fabrik in Shanghai | picture alliance/dpa/XinHua

Chip-Krise gemeistert Tesla erzielt neuen Absatzrekord

Stand: 03.01.2022 13:05 Uhr

Fast eine Million Autos hat Tesla 2021 ausgeliefert. Für das jüngste Quartal meldete der US-Elektroautobauer den sechsten Auslieferungsrekord in Folge. Zugleich muss Tesla rund 700.000 ältere Modelle zurückrufen.

Der amerikanische Autobauer Tesla hat im vergangenen Quartal zum sechsten Mal in Folge einen Auslieferungsrekord erzielt. Im vierten Quartal wurden 308.600 Autos verkauft, teilte der Hersteller am Sonntag mit. Damit wurden im Gesamtjahr 936.172 Teslas ausgeliefert, 87 Prozent mehr als 2020 und deutlich mehr, als der Elektroautobauer Anfang des Jahres als Ziel ausgegeben hatte.

Die über den Expertenerwartungen liegende Zahl sei vor allem durch eine höhere Produktion in dem Werk in Shanghai erreicht worden, so Tesla. Der Konzern hat die 2019 eröffnete chinesische Giga-Fabrik zu seinem neuen Hauptexportzentrum gemacht. Die dort hergestellten Fahrzeuge werden derzeit auch nach Europa und einige asiatische Staaten verschifft.

Eigene Strategie gegen Chip-Mangel

Schon in den vergangenen Quartalen zeichnete sich ab, dass Tesla dem grassierenden Halbleitermangel in der Branche besser trotzen kann als viele Wettbewerber. Während bei einigen Anbietern die Auslieferungszahlen - bei steigenden Preisen - sogar zurückgingen, fuhren die Amerikaner eine andere Strategie: Nach eigenen Angaben ist es Tesla gelungen, die Engpässe zu umgehen, indem es auch andere, vielseitig nutzbare Chips einbaute und dafür die Software teilweise umprogrammierte.

Die Autoanalysten der Credit Suisse schätzen, dass Tesla seine Auslieferungen im neuen Jahr auf 1,3 Millionen steigern kann. Tesla-Chef Elon Musk hatte im Oktober angekündigt, dass sein Unternehmen "eine ganze Weile" Wachstumsraten von mehr als 50 Prozent werde aufrechterhalten können.

Unklar ist weiterhin, wie schnell die Fertigung im ersten europäischen Werk im brandenburgischen Grünheide hochgefahren werden kann. Tesla hat nun nach Angaben der Brandenburger Landesregierung die noch fehlenden Dokumente für das Genehmigungsverfahren eingereicht, die nun geprüft würden. In Grünheide werden schon Fahrzeuge produziert, aber nur zu internen Testzwecken. In diesem Jahr will Tesla nach bisheriger Planung mit der Massenproduktion beginnen.

Rückrufe bei zwei Modellen

Kurz vor dem Jahreswechsel war bekannt geworden, dass der Autobauer insgesamt fast 700.000 Fahrzeuge wegen möglicherweise sicherheitsgefährdender Mängel in den USA und China zurückrufen muss.

In den USA sind alle Autos des Typs "Model 3", die 2017 bis 2020 gebaut wurden, betroffen, wie aus einem Dokument der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hervorgeht. Es handelt sich um 356.000 Fahrzeuge, bei denen die Rückfahrkamera ausfallen könnte. Bei weiteren 119.000 Autos des "Model S" bestehe die Gefahr einer sich unerwartet öffnenden Motorhaube. In China sind von den genannten Sicherheitsmängeln insgesamt rund 200.000 Fahrzeuge betroffen. Tesla generiert dort rund ein Fünftel seines Umsatzes.

Über dieses Thema berichtete NDR2 am 03. Januar 2022 um 11:00 Uhr.