T-Systems-Chef Adel Al-Saleh | picture alliance / Geisler-Fotop

Telekommunikation Telekom prüft Verkauf von T-Systems

Stand: 18.11.2021 14:09 Uhr

Die Großkundensparte ist seit längerem die Problemtochter der Telekom. Auch Umbauten und Stellenabbau haben daran nichts geändert. Nun erwägt der Konzern den Verkauf von T-Systems.

Die Deutsche Telekom bereitet den Verkauf ihrer defizitären Tochter T-Systems vor. Das berichten mehrere Medien mit Verweis auf Insider. Dem "Manager Magazin" zufolge laufen bereits Gespräche mit potenziellen Käufern. Mit einem Vertragsabschluss werde im September nächsten Jahres gerechnet. Das sensible Geschäft für die öffentliche Hand könne zuvor herausgelöst werden.

Ein T-Systems-Sprecher sagte: "Wir haben Wachstumspläne. Aber wir prüfen auch andere Optionen". Die Großkundensparte ist seit längerem das Problemkind der Telekom. Seit 2018 wird T-Systems umgebaut, auch unter Verlust Tausender Stellen. Zwar kommt die langwierige Neuaufstellung voran, doch verzeichnet die Sparte immer noch kein Wachstum. T-Systems mit seinen rund 29.000 Beschäftigten verbuchte 2020 bei einem Umsatz von 4,2 Milliarden Euro einen Vorsteuerverlust von 650 Millionen Euro.

Mehrere Optionen in Prüfung

Unter der Führung des US-Managers Adel Al-Saleh wurde T-Systems in den vergangenen drei Jahren radikal verkleinert. Das Telekommunikationsgeschäft innerhalb der Großkundentochter wurde in die Telekom Deutschland übertragen. Wachstumssparten wie Cybersecurity oder das Internet der Dinge wurden in eigenständige GmbHs übertragen. Heute macht T-Systems nur noch drei Prozent des Gesamtumsatzes des Konzerns aus. 8000 Stellen wurden abgebaut.

Für das verbliebene Geschäft arbeitet das Management nun an mehreren Optionen. Ist ein gesamter Verkauf nicht möglich, werde eine Zerteilung und ein Verkauf in Einzelteilen durchgespielt. Berichten des "Handelsblatts" zufolge prüft die Telekom neben dem Verkauf auch eine Abspaltung von T-Systems. Nach den Plänen würde der Konzern weiter einen Anteil an der Gesellschaft halten, seinen Einfluss aber deutlich zurückfahren, so das Blatt. In Berlin seien mit dem Großaktionär Bund bereits Pläne diskutiert worden, nach denen die Telekom in der neuen Struktur ein Drittel der Anteile halten würde, der Bund ebenfalls ein Drittel und für das verbliebene Drittel ein oder mehrere Investoren gefunden werden sollen.