Nordrhein-Westfalen, Bonn: Das Logo der Deutschen Telekom leuchtet auf dem Dach der Unternehmenszentrale | dpa

Große Ambitionen Telekom verspricht höheren Gewinn

Stand: 20.05.2021 13:58 Uhr

"Wir schalten einen Gang hoch", kündigt Telekom-Chef Höttges an: Der Konzern möchte den Gewinn stärker steigern als bislang gedacht. Auch der Bund als Großaktionär würde davon profitieren.

Auf dem aktuellen Kapitalmarkttag der Deutschen Telekom zeigt sich das Telekom-Management selbstbewusst. "Wir wollen die starke Entwicklung der vergangenen Jahre noch übertreffen", sagt Telekom-Chef Tim Höttges. Das bereinigte Betriebsergebnis (EbitdaAL) soll in den kommenden Jahren um drei bis fünf Prozent zulegen. Bisher hatte die Telekom bei vergleichbarer Konzernstruktur ein jährliches Plus von zwei bis vier Prozent in Aussicht gestellt.

Höhere Dividende für den Bund

Das bereinigte Ergebnis je Aktie solle bis 2024 auf mehr als 1,75 Euro steigen. Im vergangenen Jahr waren es noch 1,20 Euro. Diese Bilanzzahl ist für die Höhe der Dividende von Bedeutung, die sich danach richtet. 40 bis 60 Prozent davon sollen ausgeschüttet werden.

Von einem Dividendenwachstum profitiert vor allem der Bund, der weiterhin größter Einzelaktionär ist und knapp 32 Prozent hält. Die Ausschüttung soll weiterhin mindestens 60 Cent je Aktie betragen, die auch für das abgelaufene Jahr gezahlt werden.

Der Umsatz soll jährlich weiter zwischen ein und zwei Prozent steigern. Angeschoben durch T-Mobile US kletterten die Erlöse 2020 um ein Viertel auf 101 Milliarden Euro und waren damit erstmals dreistellig.

Bald haben fast alle 5G

Andere Zukunftsthemen stehen auf dem Kapitalmarkttag ebenfalls auf der Agenda: Nach Angaben des Unternehmens stehen bei der Strategie Glasfaser, 5G und Digitalisierung im Fokus. Die Telekom investiert derzeit viel, um die Netze auszubauen und auf den neuen Mobilfunkstandard 5G umzurüsten.

Bis 2024 sollen 97 Prozent der deutschen Bevölkerung 5G nutzen können. Der Anteil der Kunden, die einen reinen Glasfaseranschluss buchen können, soll hierzulande von heute etwa fünf Prozent bis 2030 auf mehr als 60 Prozent steigen.

So geht es mit T-Mobile weiter

Höttges äußerte sich auch zur Zukunft von T-Mobile. Derzeit hält der Bonner Konzern 43 Prozent. Die Telekom hat durch eine Stimmrechtsvereinbarung mit dem japanischen Softbank-Konzern aber bereits jetzt die Kontrolle und konsolidiert die US-Tochter damit auch in den eigenen Konzernzahlen. "Wir wollen uns die Mehrheit an T-Mobile sichern", sagte der Vorstandschef.

Der Zeitpunkt ist indes unklar. Im Juni des vergangenen Jahres hatte sich die Telekom in Verhandlungen mit Softbank die Option gesichert, die Aktienmehrheit an T-Mobile US zu übernehmen. Die Telekom erhielt bei dem Deal Kaufoptionen für 101 Millionen Anteilscheine, die bis Juni 2024 gezogen werden können.

Während ein Teil der Aktien zu einem festgelegten Preis von 103 Dollar bezogen werden kann, muss beim größeren Aktienpaket der durchschnittliche Preis der vergangenen 20 Handelstage vor dem Tag der Optionsausübung berechnet werden.

Die Anleger sind mit den Neuigkeiten zufrieden. Mit einem Aufschlag von mehr als einem Prozent gehört die Telekom-Aktie zu den stärksten Werten im DAX. Auch Experten reagieren erfreut: Der neue mittelfristige Ausblick der Telefongesellschaft sei besser als erwartet, schrieb Goldman-Sachs-Analyst Andrew Lee.