150622 / Warnstreik IG Metall | dpa

Tarifeinigung erzielt 6,5 Prozent mehr Geld in der Stahlbranche

Stand: 15.06.2022 06:46 Uhr

Die Verhandlungen waren zäh: IG Metall und die Arbeitgeber der Stahlbranche haben sich jetzt auf eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent geeinigt. Die Tarifkommission der IG Metall muss noch zustimmen.

Nach schwierigen Verhandlungen und Warnstreiks haben sich die IG Metall und die Arbeitgeber auf einen neuen Tarifvertrag für den Großteil der deutschen Stahlbranche geeinigt. Am 1. August sollen die Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent steigen, wie die Gewerkschaft und der Arbeitgeberverband Stahl mitteilten.

Einmalzahlungen vereinbart

Der Vertrag läuft 18 Monate und beginnt im Juni. Für die ersten zwei Monate bekommen die Beschäftigten insgesamt 500 Euro als Einmalzahlung, Auszubildende 200 Euro. Der Tarifvertrag gilt für Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen, wo 68.000 Menschen in der Branche tätig sind. Die Tarifpartner in Ostdeutschland dürften die Vorgaben übernehmen.

Damit der Tarifvertrag gültig wird, ist noch die Zustimmung der Tarifkommission der IG Metall nötig. Die Arbeitgeberseite hat dem Papier bereits zugestimmt.

IG Metall forderte 8,2 Prozent

In den vergangenen Wochen hatten Tausende Beschäftigte in Städten wie Salzgitter, Bremen, Bochum und Duisburg an Warnstreiks teilgenommen, um die Arbeitgeber zum Einlenken zu bewegen. Die hatten zuletzt eine Erhöhung von 4,7 Prozent bei einer Laufzeit von 21 Monaten angeboten. Die IG Metall wiederum hatte 8,2 Prozent mehr Geld gefordert bei einer einjährigen Laufzeit. Nach einer neunstündigen vierten Verhandlungsrunde trafen sich die Tarifparteien am frühen Mittwochmorgen grob gesagt in der Mitte dieser Positionen.

Gerhard Erdmann, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbands Stahl, sagte, dass die Tariferhöhung "am obersten Rand des gerade noch Vertretbaren" liege. Man hoffe, dass sich die konjunkturellen Risiken - wie etwa die globalen Lieferketten-Probleme und die Folgen des Ukraine-Krieges - nicht mit voller Wucht auf die Stahlbranche auswirkten. "Sollte das passieren, müssen die Tarifparteien Lösungen finden."

Der IG-Metall-Bezirksleiter NRW, Knut Giesler, zeigte sich zufrieden. Es handele sich um die höchste prozentuale Erhöhung in der Stahlindustrie seit 30 Jahren.