Fläschchen mit Impfdosen des Impfstoffherstellers BioNTech/Pfizer | AP

Großkonzerne spenden BioNTech-Dosen für Taiwan

Stand: 12.07.2021 13:58 Uhr

Zwei taiwanische Konzerne haben einen Kaufvertrag mit dem Impfstoffhersteller BioNTech abgeschlossen. Die zehn Millionen Impfdosen gehen als Geschenk an Taiwans Bevölkerung.

Von Kathrin Erdmann, ARD-Studio Tokio

Der taiwanische Technikkonzern Foxconn und der Halbleiterkonzern TSMC wollen ihrem Land je fünf Millionen Dosen Impfstoff aus Deutschland spenden. Wie der Foxconn-Gründer Terry Gou im Internet schreibt, sollen die Lieferungen direkt von dem deutschen Hersteller kommen - und das sobald wie möglich, um Taiwan bei der Bekämpfung der Pandemie zu unterstützen. Sein Unternehmen sowie seine Stiftung stellen dafür umgerechnet mehr als 150 Millionen Euro bereit. Der größte Halbleiterkonzern der Welt, TSMC, legt nochmal genauso viel drauf.

Kathrin Erdmann ARD-Studio Tokio

Der Mitbegründer und Geschäftsführer von BioNTech, Ugur Sahin, sagte zu der Vereinbarung, er freue sich, die Taiwaner mit in der in der EU produziertem Impfstoff zu versorgen. Vertriebspartner ist der chinesische Konzern Fosun.

Hochpolitischer Deal

Die Vereinbarung ist hochpolitisch, denn die taiwanische Regierung hatte nach eigenen Angaben selbst erfolglos versucht, bei BioNTech-Impfstoff zu bestellen, und für das Scheitern die chinesische Regierung verantwortlich gemacht. Taiwan wollte den BioNTech-Impfstoff nicht über den chinesischen Vertragspartner importieren, aus Sorge, dieser könnte nicht dieselbe Qualität haben. Foxconn-Gründer Gou erklärte, die chinesische Regierung habe keinen Einfluss auf die aktuellen Vertragsverhandlungen gehabt.

Taiwan hat bisher nur rund zwei Millionen Impfstoffdosen erhalten, vor allem die USA und Japan haben jedoch weitere knapp fünf Millionen Dosen gespendet. Die Infektionszahlen in Taiwan sind nach einem kurzzeitigen Anstieg derzeit wieder sehr niedrig. Zuletzt wurden nur 24 Neuansteckungen gemeldet. Beim Impfen hinkt das Land jedoch hinterher.

Über dieses Thema berichtete B5 Aktuell am 12. Juli 2021 um 11:32 Uhr.