Synlab-Mitarbeiterinnen in Weiden | BR/Rudolf Heinz

Labor-Boom durch Corona Gute Geschäfte mit PCR-Tests

Stand: 25.01.2022 08:12 Uhr

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie arbeiten Beschäftigte des Labordienstleisters Synlab fast rund um die Uhr, um PCR-Tests schnellstmöglich auszuwerten. Die hohe Nachfrage verschafft dem Unternehmen Rekordumsätze.

Von Rudolf Heinz, BR

Das Synlab-Labor im bayerischen Weiden hat seine Kapazitätsgrenzen erreicht. Tausende PCR-Tests werden hier pro Woche ausgewertet. Vor Corona hatte bereits eine Influenza-Welle das Labor vor große Herausforderungen gestellt. "Da haben wir nur ein Zehntel von dem geleistet, was im Labor heute gearbeitet wird", sagt Hans-Wolfgang Schultis, der ärztliche Leiter von Synlab in Weiden. Bundesweit analysiert die Labor-Kette mehr als 250.000 PCR-Tests pro Woche.

Rudolf Heinz

Tests werden priorisiert

Die Folgen der Ausbreitung der Omikron-Variante machen auch vor den Beschäftigten eines Labors nicht halt. Um die Arbeitsbelastung zu senken, priorisiert Synlab schon jetzt PCR-Tests. Als Erstes werden Proben aus den Krankenhäusern ausgewertet, erst dann folgen Tests von Patienten mit Symptomen und sogenannte Bestätigungstests. Trotzdem versucht das Labor alle eingegangenen Tests so schnell wie möglich abzuarbeiten.

Seit Ausbruch der Pandemie arbeitet das Labor-Team fast rund um die Uhr im Dreischichtbetrieb, damit die Ergebnisse eines PCR-Tests spätestens nach 24 Stunden übermittelt werden können. Die Gesundheitsminister der Länder haben sich geeinigt, dass künftig priorisiert werden soll. Um die Labore zu entlasten, sollen künftig nur noch gezielte PCR-Tests gemacht werden. Wer einen positiven Antigen-Schnelltest hat, soll keine weitere Bestätigung durch einen PCR-Test erhalten. Das gestrige Bund-Länder-Treffen nahm diese Einigung der Gesundheitsminister zur Kenntnis und beauftragte das Bundesgesundheitsministerium, in Absprache mit den Ländern ein "verändertes Testregime" auszuarbeiten und "die Nationale Teststrategie sowie die Coronavirus-Testverordnung" entsprechend anzupassen.

Hans-Wolfgang Schultis, der ärztliche Leiter von Synlab in Weiden | BR/Rudolf Heinz

Schon vor Omikron hatte sich das Arbeitsvolumen durch Corona verzehnfacht, sagt Hans-Wolfgang Schultis, der ärztliche Leiter von Synlab in Weiden. Bild: BR/Rudolf Heinz

Neue Corona-Varianten

Im Fall einer möglichen neuen Corona-Variante wird sich bei der Auswertung der Proben kaum etwas ändern. Laut Martin Roskos, dem ärztlichen Leiter von Synlab Deutschland, können sich ihre Labore schnell und unkompliziert auf neue mögliche Virus-Mutationen einstellen. Möglich macht das die technische Ausstattung des Labors.

"In Deutschland werden circa fünf Prozent aller positiven Corona-Proben sequenziert. Das heißt, man sieht sich das gesamte Genom des Virus an und überprüft, ob es Veränderungen zeigt", erläutert Roskos. "Und nur, wenn dass der Fall sein sollte, dass sich das Virus beispielsweise schneller vermehrt, dann werden diese Varianten auch benannt."

Martin Roskos, ärztlicher Leiter von Synlab Deutschland

Bundesweit seien bislang etwa fünf Prozent der positiven Corona-Proben sequenziert worden, sagt Martin Roskos, ärztlicher Leiter von Synlab Deutschland.

Gutes Geschäft für die Labore

Das intensive Testen spült viel Geld in die Kassen der Laborunternehmen. Von Januar bis September 2021 führte Deutschlands größter Labor-Dienstleister Synlab fast 21 Millionen PCR-Tests durch. Darüber hinaus erzielte das Unternehmen in diesen Monaten ein Umsatzplus von gut 64 Prozent auf 2,77 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt hat die Labor-Kette bundesweit 40 Standorte und beschäftigt rund 5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Über dieses Thema berichtete BR Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am 25. Januar 2022 um 12:05 Uhr.