Schülerinnen und Schüler gehen in einer Grundschule in ihren Klassenraum. | dpa

Covid-Impfstoff für Jüngere BioNTech treibt Zulassung für Kinder voran

Stand: 20.09.2021 15:31 Uhr

Nach positiven Studienergebnissen wollen BioNTech und Pfizer eine Zulassung ihres Covid-19-Impfstoffs zum Einsatz bei Kindern schnellstmöglich beantragen. Gesundheitsminister Spahn rechnet für Anfang 2022 mit einer Zulassung.

BioNTech und Pfizer wollen schnellstmöglich die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für fünf- bis elfjährige Kinder beantragen. Der Impfstoff habe sich in Studien als sicher und wirksam erwiesen, teilten die beiden Pharmaunternehmen in Mainz mit. Zuvor waren erste Ergebnisse der Zulassungsstudie für den Impfstoff Comirnaty für unter Zwölfjährige ausgewertet worden.

In der Studie wurden fünf bis elf Jahre alte Kinder im Abstand von drei Wochen zweimal geimpft - die Dosis betrug allerdings nur ein Drittel dessen, was Menschen ab zwölf Jahren verimpft wird. In die Studie flossen die Daten von fast 2270 Kindern in dieser Altersgruppe ein. Der Impfstoff erwies sich nach Angaben der Unternehmen als "sicher, gut verträglich und zeigte robuste neutralisierende Antikörperreaktionen".

Die nach der Corona-Impfung gebildeten Antikörper haben demnach eine gute Schutzwirkung. Die Antikörperreaktionen bei den Kindern seien vergleichbar mit jenen aus einer früheren Studie mit 16- bis 25-Jährigen, welche die dreifache Dosis erhalten hatten. Auch mögliche Nebenwirkungen seien vergleichbar.

Beantragung "noch vor Beginn des Winters"

"Wir freuen uns, dass wir den Zulassungsbehörden die Daten für diese Gruppe von Kindern im Schulalter noch vor Beginn des Winters vorlegen können", erklärte BioNTech-Mitbegründer Ugur Sahin. Pfizer-Chef Albert Bourla sieht in den Studiendaten eine "solide Grundlage" für die Zulassung des Impfstoffs auch für Jüngere. Dies sei auch angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante und der damit verbundenen erheblichen Gefahr für Kinder dringlich.

BioNTech und Pfizer werden bei der US-Arzneimittelbehörde FDA voraussichtlich eine Notfallzulassung für den Impfstoff in den USA beantragen. Laut Pfizer solle das bis Ende September geschehen. Auch bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA und bei anderen Zulassungsbehörden auf der Welt sollen die Daten schnellstmöglich eingereicht werden. Ebenso prüft der US-Impfstoffhersteller Moderna den Einsatz seines Vakzins bei Kindern im Grundschulalter. Noch in diesem Jahr erwarten BioNTech und Pfizer Ergebnisse der Zulassungsstudie für Kinder unter fünf Jahren. Diese Kinder erhalten eine noch niedrigere Dosis als Fünf- bis Elfjährige.

Spahn: STIKO-Empfehlung wird länger dauern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet derweil eine Zulassung für einen Corona-Impfstoff für Kinder Anfang kommenden Jahres. "Ich gehe davon aus, dass die Zulassung für einen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren im ersten Quartal 2022 kommt", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Dann könnten wir auch die Jüngeren noch besser schützen." Der Minister wies zugleich darauf hin, zwischen der Zulassung und einer Impfempfehlung durch die Ständige Impfkommission (STIKO) könne dann noch einmal Zeit vergehen. "Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission wird auch in diesem Fall zeitlich etwas später kommen", sagte Spahn.