Blick auf die Deutschland Dependance von Sotheby's im Palais Oppenheim | picture alliance/dpa

Neuer Auktionsstandort Sotheby's eröffnet Hauptsitz in Köln

Stand: 02.09.2021 16:45 Uhr

Obwohl die meisten Auktionen wegen der Pandemie online steigen, setzt Sotheby's auf einen neuen Hauptsitz in Köln. Das Haus hofft, von der hohen Sammlerdichte im Rheinland und Kunden aus den Benelux-Staaten zu profitieren.

Sotheby's meldet sich mit Versteigerungen auf dem deutschen Kunstmarkt zurück. Das Haus eröffnet seinen neuen Hauptsitz in Köln mit einer Online-Auktion zu moderner und zeitgenössischer Kunst vom 10. bis zum 17. September. Das Unternehmen residiert von nun an im Palais Oppenheim, einem schlossähnlichen Anwesen am Rhein, das mehrere Jahre lang aufwendig restauriert worden ist.

Sechster Auktionsstandort in Europa

Sotheby's sei damit das einzige internationale Auktionshaus, das in Deutschland Auktionen durchführe, sagte die Deutschland-Chefin Franka Haiderer der Nachrichtenagentur dpa. Es ist der sechste Auktionsstandort, die anderen sind London, Paris, Genf, Zürich und Mailand. Unterstützt werde das Team in Köln von den Vertretungen in München, Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main.

Das Palais Oppenheim sei eine perfekte Immobilie, wie sie nur selten freikomme, sagte Haiderer. Doch es war nicht allein die exklusive Lage, die das Auktionshaus bewog, nach Köln zu ziehen. Für die Stadt habe neben einer lebendigen Kunstszene, den vielen Museen und Galerien sowie der größten deutschen Kunstmesse Art Cologne vor allem die hohe und gewachsene Sammlerdichte im Rheinland gesprochen. "Wir sind für alle etablierten und neuen Kunden aus den angrenzenden Beneluxländern und innerhalb Deutschlands gut erreichbar", erklärte Haiderer.

Viele jüngere Neukunden

Die Corona-Pandemie habe den Auktionsmarkt von Grund auf verändert, sagte die Deutschland-Chefin. Vorher hätten etwa 30 Prozent der Sotheby's-Auktionen online stattgefunden und 70 Prozent in Präsenz im Auktionshaus, jetzt habe sich das Verhältnis umgekehrt. Sie rechne damit, dass das so bleibe.

Auch viele ältere Sammler hätten sich im Laufe des Corona-Jahres mit Online-Auktionen vertraut gemacht und die Vorteile schätzen gelernt. Bei den jüngeren Sammlern sei der große Vorteil, dass die Hemmschwelle für Online-Auktionen wesentlich niedriger sei. 30 Prozent der Neukunden seien unter 40 Jahren alt.

In Köln sollen vorerst nur Online-Auktionen stattfinden. Im Palais Oppenheim könne man die Werke aber eben auch in öffentlichen Ausstellungen besichtigen und sich im persönlichen Gespräch beraten lassen, sagte Haiderer. Die Versteigerungen sollen künftig ein Spektrum von moderner und zeitgenössischer Kunst über Design und Fotografie bis zu Luxusartikeln abdecken.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. September 2021 um 15:00 Uhr.