Logo des Siemens-Konzerns | picture alliance / Lino Mirgeler/dpa

Dividende erhöht Siemens schafft Rekordergebnis

Stand: 17.11.2022 10:18 Uhr

Der Nettogewinn von Siemens ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um ein Drittel eingebrochen. Doch im Tagesgeschäft lief es sehr gut für den größten deutschen Industriekonzern. Davon sollen auch die Aktionäre etwas haben.

Der Münchener Technologie- und Industriekonzern Siemens bekommt die schwächelnde Konjunktur offenbar kaum zu spüren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 (per Ende September) hat der DAX-Konzern mit seinem operativen Geschäft ein Rekordergebnis erwirtschaftet.

Zehn-Milliarden-Marke übertroffen

Das Ergebnis aus dem Industriegeschäft schnellte um 17 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro hoch und übersprang damit zum ersten Mal in der 175-jährigen Firmengeschichte die Zehn-Milliarden-Marke, wie Siemens vor der Bilanzpressekonferenz mitteilte. Analysten hatten Siemens im Schnitt nur 9,9 Milliarden Euro zugetraut.

Unterm Strich lief es für die Münchener hingegen nicht so gut. Der Nettogewinn des Siemens-Konzerns sank deutlich. Das Ergebnis nach Steuern betrug 4,4 Milliarden Euro - das war ein Rückgang um 34 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.

Beteiligung an Siemens Energy belastet

Grund für den Rückgang sei hauptsächlich die "nicht zahlungswirksame Wertminderung" der Beteiligung an Siemens Energy, teilte der Konzern mit. Siemens Energy ist unabhängig und seit Ende 2020 an der Börse; der Mutterkonzern Siemens hält aber noch immer 35 Prozent. Die Siemens-Energy-Aktie ist in den vergangenen zwölf Monaten um über 40 Prozent eingebrochen.

Auch die Abwicklung des Russland-Geschäfts lastete auf dem Nettogewinn. Der endgültige Rückzug aus Russland kostete Siemens im vierten Quartal noch einmal rund 300 Millionen Euro. Im vergangenen Quartal habe man sich auch vom Finanzierungs- und Leasinggeschäft getrennt, hieß es in der Mitteilung. Man erwarte nun keine weiteren Verlustrisiken mehr aus Russland.

Volle Auftragsbücher, Dividende soll steigen

Der Konzern sprach angesichts des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds von einer "hervorragenden Leistung". Aufsichtsrat und Vorstand schlugen daher vor, die Dividende für Aktionäre von 4,00 Euro im Vorjahr auf 4,25 Euro zu erhöhen.

Auch im neuen Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit Zuwächsen - basierend auf einem Auftragsbestand von 102 Milliarden Euro. Der Siemens-Vorstand stellte einen Umsatzanstieg um sechs bis neun Prozent und ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis je Aktie von 8,70 bis 9,20 (2021/22: 5,47) Euro in Aussicht.

"Es ist ein starkes Signal, dass in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit die Auftragsbücher in München voll sind. Auch die nächsten Quartalsergebnisse des Konzerns dürften wieder deutlich besser ausfallen", so der Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets zum Siemens-Ausblick.

Siemens-Aktie extrem gefragt

Auch Analysten bewerteten die Siemens-Zahlen positiv. Die Münchner hätten die Erwartungen mit soliden Ergebnissen durch die Bank übertroffen, schrieb etwa UBS-Analyst Guillermo Peigneux Lojo in einer ersten Reaktion. Die Schweizer Großbank bestätigte ihre Kaufempfehlung für die Siemens-Aktie mit dem Kursziel 141 Euro.

Die US-Bank JPMorgan beließ die Einstufung für Siemens nach Zahlen auf "Overweight" mit einem Kursziel von 156 Euro. Das Analysehaus Jefferies bestätigte ebenfalls seine Kaufempfehlung. "In allen Aspekten stark", nannte Analyst Simon Toennessen den Geschäftsbericht der Münchner.

An der Börse kommen die Jahreszahlen, die angehobene Dividende und vor allem der Ausblick ebenfalls sehr gut an. Die Siemens-Aktie legt im frühen DAX-Handel bis zu 8,3 Prozent auf 131,18 Euro zu. Sie notiert damit auf dem höchsten Stand der vergangenen sieben Monate.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 26. Juni 2022 um 07:08 Uhr.