"Cloud Computing"

IT-Infrastruktur für Unternehmen Lidl-Mutter steigt ins Cloudgeschäft ein

Stand: 29.04.2022 15:15 Uhr

Die Schwarz-Gruppe, Mutterkonzern von Lidl und Kaufland, steigt in den das Geschäft mit Cloud-Computing für Dritte ein. In diesem Bereich ist Amazon mit der Tochter AWS stark vertreten.

Die Schwarz-Gruppe bietet künftig ihre IT-Infrastruktur als Dienstleistung unter der Marke STACKIT auch für dritte Unternehmen an. Das kündigte die Schwarz-Gruppe an, dessen bekannteste Marken die Einzelhändler Lidl und Kaufland sind.

Der deutsche Discounter-Konzern folgt damit im kleinen Maßstab dem Vorbild des Handelsriesen Amazon, der seit 2006 seine IT-Infrastruktur über die Tochtergesellschaft AWS (Amazon Web Services) als Cloud-Service anbietet. AWS ist inzwischen neben Microsoft Azure und der Google Cloud Platform der weltweit führende Provider von Rechenleistung und Speicherplatz im Internet.

Europäische Cloud-Lösung

Mit ihrem Angebot richtet sich der Lidl-Mutterkonzern an Unternehmen und öffentliche Verwaltungen. Damit liefere die Schwarz-Gruppe eine Antwort auf Forderungen der Politik nach einer europäischen Alternative zu den Cloud-Angeboten außereuropäischer Anbieter, sagte Christian Müller, Vorstandsvorsitzender der Schwarz IT.

Die Rechenzentren befinden sich nach Angaben des Unternehmens in Deutschland und erfüllen "höchste europäische Sicherheitsstandards". In der IT-Tochter der Schwarz-Gruppe sind rund 4000 Mitarbeitern beschäftigt.
Schwarz IT wird neben kompletten Cloud-Diensten auch so genannte Colocation-Services anbieten. Dabei betreiben die Kunden ihre eigene IT-Hardware in zwei Rechenzentren der Schwarz-Gruppe in Deutschland und Österreich, ohne sich selbst um eine geeignete und sichere Umgebung kümmern zu müssen.

Rasantes Branchenwachstum

Cloud-Computing hat sich in den vergangen Jahren rasant entwickelt. Lag der weltweite Umsatz im Jahr 2010 noch bei 43 Milliarden US-Dollar, waren es im vergangenen Jahr nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Gartner bereits 410 Milliarden Dollar. Für das kommende Jahr erwarten die Experten einen Anstieg auf rund 600 Milliarden Dollar. Amazon hatte mit den jüngsten Quartalszahlen für AWS einen Umsatzsprung um 37 Prozent auf 18,4 Milliarden Dollar für die ersten drei Monate bekannt gegeben.