Schokoladentafel mit Kakaopulver und -bohnen

Süßwarenbranche boomt "Nervennahrung" gegen das Virus

Stand: 18.01.2022 17:43 Uhr

Schokoladen- und Süßwarenhersteller profitieren von der Corona-Krise, denn viele Menschen brauchen in diesen Zeiten "Nervennahrung". Vor allem Premiumschokolade ist heiß begehrt.

Von Constantin Röse, ARD-Börsenstudio

Schokolade, das ist für viele Menschen vor allem Genuss. Mit Schokolade lässt sich aber auch viel Geld verdienen. Der Umsatz des Schweizer Herstellers Lindt & Sprüngli zum Beispiel stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr auf rund 4,4 Milliarden Euro - ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Schweizer sind keine Ausnahme. Auch das deutlich kleine Unternehmen Ritter Sport aus Baden-Württemberg wächst.

Schweizer und Deutsche schwören auf Schokolade

Insbesondere die Corona-Pandemie hat das Geschäft beflügelt. "Der Hintergrund ist, dass es mehr Verzehrgelegenheiten für diese Produkte gab", sagt Hendrik Varnholt von der Lebensmittelzeitung. "Die Menschen waren mehr zu Hause, die Menschen hatten Geld zur Verfügung, das sie in der Gastronomie nicht ausgeben konnten." Das stütze gerade das Premiumsegment - und damit einen Hersteller wie Lindt & Sprüngli.

"Sich etwas gönnen": Das wollen viele Menschen in diesen Pandemie-Zeiten und greifen gerne zu teuren Pralinen oder anderen Schoko-Produkten. Besonders in Deutschland: Kein anderes Land der Welt - neben der Schweiz - isst mehr Schokolade. Pro Kopf hat jeder Deutsche zuletzt rund neun Kilogramm Schokolade konsumiert. Dafür gibt es mehrere Gründe: An Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern wird viel Schokolade verschenkt.

Wachstumspotenzial - nicht nur geografisch

Was man aber auch nicht unterschätzen dürfe: Auch die Wettergegebenheiten spielten eine Rolle, sagt Branchenkenner Varnholt. "Wenn man sich die Kontinente anschaut, dann sieht man, dass die nördlichen Länder, in denen das Wetter häufiger kalt ist, mehr Schokolade verzehren." In Asien spiele Schokolade nur eine geringe Rolle. Die Branche sieht das als Chance, auch geographisch weiter zu wachsen.

In Zukunft wollen viele Schokoladenhersteller zudem noch mehr auf das Thema Nachhaltigkeit setzen. Denn viele Kunden wollen inzwischen wissen, wo und wie der Kakao angebaut wird. Viele interessieren sich auch für zuckerärmere Schokolade oder vegane Alternativen. An der Börse jedenfalls dürften Anlegerinnen und Anleger schon jetzt zufrieden sein. Aktien von Lindt & Sprüngli legten beispielsweise an der Züricher Börse im vergangenen Jahr satte 35 Prozent zu.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 18. Januar 2022 um 18:48 Uhr.