Flaggen des russischen Gasunternehmens Gazprom wehen im Schalke-04-Stadion der Veltins-Arena in Gelsenkirchen. | AFP

Russischer Angriff auf Ukraine Schalke beendet Kooperation mit Gazprom

Stand: 28.02.2022 11:36 Uhr

Harter Kurswechsel bei Schalke 04: Wegen der russischen Invasion in der Ukraine beendet der hochverschuldete Verein seine Zusammenarbeit mit Hauptsponsor Gazprom. Man bleibe finanziell trotzdem handlungsfähig.

Der Fußball-Zweitligist Schalke 04 beendet die Partnerschaft mit seinem Hauptsponsor Gazprom. Der Vorstand habe dies mit Zustimmung des Aufsichtsrates beschlossen, teilt der Verein mit. "Vorstand und Aufsichtsrat befinden sich dazu mit Vertretern des aktuellen Hauptsponsors in Gesprächen, weitergehende Informationen dazu werden zu gegebener Zeit bekanntgegeben", hieß es.

Für die Schalker bedeutet dies einen harten Einschnitt. Der russische Staatskonzern, einer der großen Gasversorger Deutschlands, war bislang wichtigster Geldgeber des mit rund 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten belasteten Traditionsclubs. Der Kontrakt läuft eigentlich noch bis 2025.

Schalke versicherte in der Mitteilung aber: "Die vollständige finanzielle Handlungsfähigkeit des Vereins bleibt von dieser Entscheidung unberührt. Die Vereinsführung ist zuversichtlich, zeitnah einen neuen Partner präsentieren zu können."

Schon in der Vorwoche hatte der Club entschieden, den Schriftzug des Unternehmens vom Trikot zu entfernen. Beim Spiel in Karlsruhe lief die Mannschaft stattdessen mit dem Vereinsnamen auf dem Trikot auf.

"Das ist jetzt schmutziges Geld"

Der von den USA mit Sanktionen belegte Geschäftsmann Matthias Warnig hatte sein Mandat als Gazprom-Vertreter im Schalker Aufsichtsrat bereits niedergelegt. Warnig ist der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Nord Stream 2 AG, die eine Tochterfirma des russischen Energiekonzerns Gazprom ist. Der Energieriese war vom ehemaligen Schalker Aufsichtsratschef und Fleischproduzenten Clemens Tönnies an Bord geholt worden.

DFB-Interimspräsident Hans-Joachim Watzke hatte zuletzt im ZDF gesagt: "Das ist jetzt schmutziges Geld. Da muss man ganz klar sagen, in jeder Richtung, das darf es nicht mehr geben, das dürfen wir nicht mehr annehmen." Watzke hatte die "Solidarität der anderen Clubs in Deutschland" angekündigt, sollte Schalke bei einer Trennung von Gazprom in finanzielle Not geraten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. Februar 2022 um 11:43 Uhr.