Eine Maschine der Ryanair-Fluggesellschaft (Archivbild). | AFP

Hohe Ticketnachfrage Ryanair will mehr Flüge anbieten

Stand: 25.07.2022 10:48 Uhr

Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat in diesem Frühjahr einen überraschend hohen Gewinn erzielt. Die Airline will im Sommer 15 Prozent mehr Flüge anbieten als noch vor der Pandemie.

Europas größte Billigairline Ryanair hat im ersten Geschäftsquartal dieses Jahres einen Überschuss von rund 188 Millionen Euro erzielt. Das hat das Unternehmen heute in Dublin bekanntgegeben. Analysten hatten mit einem schwächeren Quartal gerechnet. Rechnet man Geschäfte zur Absicherung der Treibstoffkosten heraus, lag das Ergebnis mit 170 Millionen Euro rund 20 Millionen höher als erwartet.

Vor einem Jahr hatte die Fluggesellschaft in dem gleichen Zeitraum noch ein Minus von 273 Millionen Euro eingefahren. Die Zahlen der Vor-Pandemie-Zeit hat der Konzern aber noch nicht erreicht: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019 hatte die Airline einen Gewinn von 243 Millionen Euro erzielt.

Höhere Auslastung als im Vorjahreszeitraum

45,5 Millionen Fluggäste flogen von Anfang April dieses Jahres bis Ende Juni mit Ryanair - und damit nahezu fünfeinhalbmal so viele wie noch im Vorjahreszeitraum. Die Auslastung der Maschinen verbesserte sich von 73 auf 92 Prozent. Der Umsatz versiebenfachte sich in diesem Zuge auf 2,6 Milliarden Euro.

Die Fluggesellschaft erwartet für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2023 insgesamt weiterhin etwa 165 Millionen Fluggäste. Im Sommer will Ryanair eigenen Schätzungen zufolge rund 15 Prozent mehr Flüge anbieten als vor der Pandemie. Flugstreichungen - wie von anderen Airlines bereits angekündigt - soll es laut Ryanair-Chef Michael O'Leary nicht geben. Man bleibe zuversichtlich, dass man 100 Prozent der Linienflüge durchführen könne, betonte er.

Unsicherheiten bleiben

Trotz des starken Quartals will Ryanair aber keine Prognosen abgeben, wie sich die nächsten Monate auf das Geschäft auswirken könnten. Eine erneute Pandemiewelle könne man im Herbst nicht ausschließen, sagte O'Leary zu den vorgestellten Zahlen.

Auch die Unvorhersehbarkeit der Treibstoffpreise und geopolitische Risiken machten es unmöglich, den Gewinn der Airline für das gesamte Geschäftsjahr 2022/2023 zu prognostizieren. Die Treibstoffkosten für den Rest des laufenden Geschäftsjahres hat das Unternehmen nach eigenen Angaben zu 80 Prozent abgesichert.

"Jede Vorausschätzung kann sich wegen unerwarteter Ereignisse außer unserer Kontrolle sehr schnell ändern, und wir befinden uns jetzt in einem sehr starken, aber noch fragilen, Aufschwung". Man gehe zwar von einer Rückkehr zur Rentabilität auf Vor-Corona-Niveau aus, könne sich aber nicht sicher sein, ob das schon in diesem oder im nächsten Jahr passiere.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Juli 2022 um 11:00 Uhr.