Ryanair-Maschine steht auf dem Rollfeld | dpa

Billigfluglinie in der Krise Ryanair erwartet Rekordverlust

Stand: 01.02.2021 10:11 Uhr

Weil die Passagierzahlen so niedrig bleiben, rechnet der Billigflieger Ryanair nun mit einem Verlust von fast einer Milliarde Euro. Die Luftfahrtbranche hofft auf eine schnelle Verteilung der Impfstoffe.

Noch immer hat die Corona-Krise die Luftfahrtbranche voll im Griff. Das zeigt auch die Bilanz des dritten Quartals beim Billigflieger Ryanair und ein Blick auf die Passagierzahlen. Waren es im dritten Quartal vor einem Jahr noch rund 36 Millionen Fluggäste, ist die Zahl um 78 Prozent auf 8,1 Millionen geschrumpft.

Wann die Erholung einsetzt, ist ungewiss. Globale Fluggesellschaften stünden vor einer unsicheren Erholung, da die Einschränkungen in der Corona-Krise die Impfstoffeuphorie quasi erdrückten, schrieb Analyst Adrian Yanoshik von der Privatbank Berenberg.

Der Welt-Airlineverband IATA erwartet erst zur Jahresmitte eine Erholung der Ticketnachfrage - und das nur, wenn die Corona-Impfstoffe schnell verteilt werden. Ryanair selbst rechnet für das Geschäftsjahr 2020/21 nur noch mit 26 bis 30 Millionen Fluggästen, also insgesamt weniger als als allein im dritten Quartal des vorherigen Geschäftsjahres.

Hoher Verlust erwartet

Das hinterlässt Spuren. Ryanair machte einen Nettoverlust von knapp 321 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Europas größter Billigflieger noch fast 88 Millionen Euro verdient. Die Aussichten für das Gesamtjahr sind entsprechend trübe. Das Management rechnet laufenden Geschäftsjahr 2020/21 mit einem Verlust von fast einer Milliarde Euro.

Der Umsatz betrug im dritten Quartal nur noch rund 340 Millionen Euro. Vor einem Jahr waren es noch 1,91 Milliarden. Das entspricht einem Einbruch von 82 Prozent. "Covid-19 richtet weiter Verwüstungen in der Branche an", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. 2020/21 sei das schwierigste Geschäftsjahr der 35-jährigen Firmengeschichte.

Ryanair-Chef Michael O‘Leary

Ryanair-Chef Michael O‘Leary

Mehr Flugzeuge gekauft

Danach soll es aber wieder aufwärts gehen: Bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2021/22 könnten 70 bis 90 Prozent der Vorkrisenkapazität erreicht werden. Im übernächsten Geschäftsjahr soll bei der Zahl der Fluggäste das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden. Bis zum Geschäftsjahr 2026 soll die Zahl der jährlichen Fluggäste dann auf 200 Millionen wachsen.

Im Geschäftsbericht heißt es dazu, Ryanair erwarte deutlich reduzierte Kapazitäten bei der Konkurrenz in den kommenden Jahren. Davon möchte das Management profitieren. Erst im Dezember hatte der Konzern die Bestellungen für die Boeing 737 MAX um 75 auf 210 Stück aufgestockt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 01. Februar 2021 um 11:00 Uhr.