Der bei Helgoland gelegene Offshore-Windpark "Meerwind Süd/Ost" | dpa

Projekt von RWE und BASF Grüner Strom für die Chemieindustrie

Stand: 21.05.2021 18:50 Uhr

Der Chemiekonzern BASF und der Energieerzeuger RWE planen in der Nordsee einen riesigen Windpark, um den Standort Ludwigshafen mit grünem Strom zu versorgen. Dazu bitten sie die Politik um Hilfe.

Um den Industriestandort Deutschland nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten, wollen der Chemiekonzern BASF und der Energieerzeuger RWE zusammenarbeiten. Dazu haben sie den Plan für einen gigantischen Windpark in der Nordsee mit einer Leistung von zwei Gigawatt vorgestellt, der den Chemiestandort Ludwigshafen ab 2030 mit grünem Strom versorgen und zur CO2-freien Herstellung von Wasserstoff dienen soll. Ziel ist es, die Produktion von Chemikalien, die bisher auf fossilen Energieträgern basiert, zu elektrifizieren.

Dazu haben beide Unternehmen eine Absichtserklärung unterzeichnet. "Wir wollen gemeinsam den Weg zu einer CO2-neutralen Chemieindustrie durch Elektrifizierung und den Einsatz von CO2-freiem Wasserstoff beschleunigen", erklärten die Chefs von BASF und RWE, Martin Brudermüller und Markus Krebber. Brudermüller sprach von einem "Leuchtturmprojekt" für die Zukunftsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland.

3,8 Millionen Tonnen weniger CO2

Mit dem Vorhaben könnten etwa 3,8 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr vermieden werden, bis zu 2,8 Millionen Tonnen davon direkt bei BASF in Ludwigshafen. Der Plan zeige ganz konkret, wie Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit in der Chemieindustrie in Einklang gebracht werden könnten. Eine finanzielle Förderung durch die öffentliche Hand für den Bau des Windparks sei nicht erforderlich.  

Ohne Unterstützung der Politik lasse sich das Projekt allerdings auch nicht verwirklichen, so die Konzernchefs. Damit der Windpark realisiert werden könne, sei unter anderem die rasche Ausschreibung von Flächen für Offshore-Projekte erforderlich, deren Nutzung bislang erst nach 2030 vorgesehen sei. Außerdem sei eine Anpassung der Flächen- und Netzentwicklungspläne und die Entlastung des grünen Stroms von der EEG-Umlage notwendig. Auch fehle derzeit noch der regulatorische Rahmen für die CO2-freie Wasserstoffproduktion.

Gewerkschaft IG BCE steht hinter dem Projekt

Brudermüller betonte, dass der Umbau der deutschen Wirtschaft zu mehr Klimafreundlichkeit ohne ausreichende Mengen an Strom aus erneuerbaren Quellen zu wettbewerbsfähigen Preisen nicht gelingen könne. "Diese Aufgabe ist nur durch eine neuartige und intensive Zusammenarbeit zwischen Politik und Industrie zu meistern."

Unterstützt wird das Projekt auch von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, IG BCE. Deren Vorsitzender, Michael Vassiliadis, sagte: "Wir stehen hinter diesem Großprojekt, weil es ein Symbol sein kann für die Innovationskraft der Industrie und ihrer Beschäftigten. Sie arbeiten vielerorts mit viel Herzblut und großer Kompetenz daran, den Wandel zu gestalten. Dabei verdienen sie jede nur mögliche Unterstützung."

Über dieses Thema berichtete B5 Börse am 21. Mai 2021 um 16:15 Uhr.