Rauch und Dampf steigen aus dem RWE Braunkohlekraftwerk Neurath hinter Windrädern, aus der Nähe von Elsdorf gesehen, auf.  | dpa

Energieversorger RWE 50 Gigawatt Ökostrom bis 2030

Stand: 15.11.2021 14:32 Uhr

Der Energiekonzern RWE macht beim Ausbau von Grünstrom-Projekten Tempo. Bis 2030 will das Unternehmen insgesamt 50 Milliarden Euro investieren, um mehr Strom aus Erneuerbaren Energien zu erzeugen.

Der Energiekonzern RWE ist bereit, über den Kohleausstieg zu sprechen - allerdings nicht sofort. Bis es soweit ist, will der Essener Stromversorger seinen Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien bis 2030 auf 50 Gigawatt im Jahr steigern - doppelt soviel wie derzeit.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss das Ausbautempo deutlich erhöht werden. Wollte das Unternehmen bislang die Gesamtleistung pro Jahr um durchschnittlich 1,5 Gigawatt steigern, sollen es künftig im Durchschnitt 2,5 Gigawatt jährlich sein. Unter anderem will RWE seine Kapazität bei der Stromerzeugung auf See von derzeit 2,4 auf acht Gigawatt im Jahr 2030 erhöhen. Bei Windkraftanlagen an Land und bei Solaranlagen ist ein Ausbau von sieben auf 20 Gigawatt geplant. Zulegen will der Konzern auch bei Batteriespeichern, wo die Kapazität auf drei Gigawatt steigen soll. Derzeit ist RWE an Projekten mit 0,6 Gigawatt Leitung beteiligt.

"Grüner, größer, werthaltiger"

Auch für alle bestehenden Anlagen werde ein Fahrplan entwickelt, um sie klimafreundlicher zu machen. Den Handel mit grünen Energieträgern will RWE ebenfalls ausweiten. Das Unternehmen kündigte an, neue Geschäftsmöglichkeiten beim Wasserstoff- und Ammoniakimport für die Industrie in Europa zu erschließen. "Grüner, größer, werthaltiger - das ist RWE im Jahr 2030", erklärte der neue Vorstandschef Markus Krebber, der im Mai vom langjährigen Vorstandschef Rolf Martin Schmitz die Führung des größten deutschen Stromerzeugers übernommen hatte.

Allein mit erneuerbaren Energien lässt sich allerdings keine verlässliche Stromversorgung gewährleisten. RWE setzt deshalb weiterhin auf den Betrieb von Gaskraftwerken, die im Bedarfsfall schnell Strom produzieren können. RWE verfüge aktuell mit rund 14 Gigawatt installierter Leistung über die zweitgrößte Gaskraftwerksflotte Europas, hieß es. Weitere Anlage mit insgesamt mindestens zwei Gigawatt Leistung sollen bis 2030 hinzukommen.

Richtiges Signal

RWE handelt dabei nicht aus Uneigennutz oder allein des besseren Klimas Willen. Der Ausbau soll dafür sorgen, dass der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen jährlich um neun Prozent wächst. "2030 sollen es fünf Milliarden Euro sein", teilte RWE mit, voraussichtlich mehr als doppelt so viel wie im laufenden Geschäftsjahr 2021. Am Ergebniszuwachs sollen auch die Aktionäre teilhaben. Für das Geschäftsjahr 2021 will RWE die Dividende auf 90 Cent von zuletzt 85 Cent je Aktie anheben. Für die kommenden Jahre plant das Management eine Untergrenze von 90 Cent je Anteilsschein.

Aktionärsvertreter begrüßten die Ankündigungen. "Ich finde, die Richtung stimmt", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer, der Nachrichtenagentur dpa. "RWE wird noch schneller grün als bislang geplant." Dies sei vor dem Hintergrund der Weltklimakonferenz in Glasgow das richtige Signal.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. November 2021 um 14:00 Uhr in den Nachrichten.

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KOMMENTARE

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Klärungsbedarf 16.11.2021 • 00:03 Uhr

um 23:49 von schabernack

>>>> «>> Strom und Heizgas gehören zum >> Grundbedarf.» «Richtig, und deswegen gehört es konsequent verstaatlicht. -.-» Nun ja. Der Staat ist nicht in jedem Fall der bessere Unternehmer. Nur weil der Staat der Staat ist. <<<< Die Frage nach dem Unternehmertum stellt sich da aber nicht, da Grundversorgung ja gerade bedeutet, dass dort die Kriterien des Unternehmertums nicht gelten. Beim Unternehmer gilt Gmax (sonst stuft da sFinanzamt die Tätigkeit als Liebhaberei ein), während Grundversorgung bedeutet, dass die Sicherheit der Versorgung das Hauptkriterium ist.