Windräder eines Offshore-Windparks in der Nordsee (Archivbild) | picture alliance / Ingo Wagner/d

Gebühren für Küstenbesitz Windpark-Millionen für die Royals

Stand: 09.02.2021 08:57 Uhr

Das britische Königshaus steht vor Millioneneinnahmen für seinen Besitz vor der britischen Küste. Mehrere Öl- und Gasfirmen wollen dort Windparks errichten und entsprechende Nutzungsgebühren zahlen.

Der Verkauf der Windpark-Rechte vor der britischen Küste könnte die Einnahmen der königlichen Familie vervielfachen. Das Ergebnis der Versteigerungsaktion, das am Montag verkündet wurde, bringt den Royals in den kommenden zehn Jahren bis zu 220 Millionen Pfund (rund 250 Millionen Euro) jährlich ein. Das entspräche dem Zweieinhalbfachen ihres derzeitigen Unterhalts.

Der Meeresgrund in der Zwölf-Meilen-Zone gehört dem Königshaus und wird vom Liegenschaftsverwalter Crown Estate verwaltet. Die Einnahmen gehen an den Staat, doch dieser zahlt daraus der Krone den so genannten Sovereign Grant aus. Dessen Höhe liegt seit 2017 bei 25 Prozent - das entspräche einem Anteil von rund 220 Millionen Pfund an der nun ausgehandelten Optionsgebühr in Höhe von jährlich 879 Millionen Pfund.

Deutsche Versorger bauen mit

Mehrere Energieunternehmen, darunter RWE und EnBW, haben sich gegen die Optionsgebühren Flächen für den Bau von Offshore-Windparks gesichert. Der deutsche Energieversorger EnBW hat sich für sein Projekt mit dem britischen Energieriesen BP zusammengeschlossen. BP betonte allerdings, der Konzern werde die Zahlung für die maximale Laufzeit von zehn Jahren vermeiden. Innerhalb von vier Jahren solle eine endgültige Investitionsentscheidung getroffen und nach sieben Jahren Strom erzeugt werden. Dann würde die Miete, die dem Crown Estate zusteht, auf zwei Prozent des Windparkumsatzes fallen.

Die konkreten Projekte müssen noch genehmigt werden, außerdem stehen unter anderem Umweltuntersuchungen an. Für Großbritannien bedeuten die insgesamt vier Projekte - zwei in der Irischen See und zwei in der Nordsee - einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu grüner Energie. Premierminister Boris Johnson will bis 2030 alle Haushalte mit Strom aus Offshore-Windparks versorgen.

Anteil an den Einnahmen wird überprüft

Ob die königliche Familie tatsächlich eine deutliche Erhöhung der Einkünfte erzielen kann, hängt davon ab, ob die Regierung bei der nächsten Überprüfung die Höhe des sogenannten Sovereign Grant ändert, des Anteils der Royals am Gewinn ihres Liegenschaftsverwalters Crown Estate. Das Geld gehört der Queen und ihrer Familie nicht persönlich, sondern wird für ihren Lebensunterhalt sowie den Erhalt ihrer Ländereien genutzt. Derzeit wird etwa der Buckingham-Palast in London für Hunderte Millionen Pfund renoviert. Der Sovereign Grant beträgt in diesem Finanzjahr 86 Millionen Pfund. Er wird aus den Einnahmen des vorvergangenen Jahres berechnet, aktuell dem Finanzjahr 2018/19.