Das Rolltor eines Warenhauses ist geschlossen. | dpa

Coronavirus in Deutschland "Erhebliche" Personalausfälle in vielen Firmen

Stand: 05.02.2022 14:03 Uhr

Die Inzidenz in Deutschland erreicht erneut einen neuen Höchstwert. Das Infektionsgeschehen macht sich laut DIHK auch bei den Unternehmen bemerkbar: Jedes vierte bewerte seine aktuellen Personalausfälle als "erheblich".

In Folge der Omikron-Welle leiden zahlreiche deutsche Unternehmen nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter massiven Personalausfällen. In einer branchenübergreifenden Blitzabfrage des DIHK unter 370 Unternehmen bewertete jeder vierte Betrieb seine aktuellen Personalausfälle als "erheblich", wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete. Weitere vier Prozent stuften ihre personelle Unterbesetzung demnach sogar als "kritisch" für die Aufrechterhaltung ihrer Angebote ein. 

Die Betriebe rechneten damit, dass sich die Entwicklung in den nächsten Tagen noch verschärfen werde, heißt es in der Auswertung der Umfrage, die dem RND vorliegt. "Noch gravierender schätzen die Unternehmen die Folgen aufgrund von Personalausfällen bei Zulieferbetrieben oder anderen Geschäftspartnern ein", warnte DIHK-Präsident Peter Adrian. 

"Der Februar wird eine große Herausforderung"

Die größten Personalengpässe melden demnach Betriebe aus der Gesundheitsversorgung sowie dem Sektor Transport und Logistik. Weniger stark betroffen als der Durchschnitt sehen sich bislang der Einzel- und Großhandel. Von den Unternehmen aus der Gesundheitsversorgung melden aktuell 31 Prozent "erhebliche" und weitere 16 Prozent sogar "kritische, umfassende" Auswirkungen auf ihre Dienstleistungen. 

Bei Transport und Logistik sehen aktuell 36 Prozent und perspektivisch 44 Prozent der Unternehmen "erhebliche" Auswirkungen, als "kritisch" schätzen derzeit acht und perspektivisch zwölf Prozent der Transporteure und Logistiker die Personalsituation ein. 

"Der Februar wird für die Unternehmen eine große Herausforderung", sagte DIHK-Präsident Adrian dem RND. "Es zeigt sich aber, wie wichtig es ist, dass die Politik bei den Corona-Regeln zu Isolierung und Quarantäne auf eine Unterscheidung zwischen besonders elementaren und vermeintlich weniger wichtigen Betrieben verzichtet hat."

Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 1388

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Morgen einen weiteren Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz und damit erneut einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 1388,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1349,5 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1127,7 (Vormonat: 258,6).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 217.815 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.57 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 189.166 Ansteckungen. Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind. Zudem melden einige Städte und Kreise seit Tagen Probleme bei der Übermittlung der Corona-Fallzahlen. Daher werden viele Fälle erst im Nachhinein gemeldet.

Weniger Todesfälle als vor einer Woche

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 172 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 182 Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 118.676. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Morgen mit 8.016.000 an.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 10.889.417 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI gestern mit 5,45 an (Donnerstag: 5,00). Darunter können auch Menschen mit positivem Corona-Test sein, die eine andere Haupterkrankung haben.

Über dieses Thema berichteten am 05. Februar 2022 die tagesschau um 08:35 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.