Eine Beschäftigte der Deutschen Post mit einer Fahne der Gewerkschaft Verdi. | picture alliance/dpa

Keine Briefe und Päckchen Post streikt bundesweit

Stand: 20.01.2023 08:14 Uhr

Im Tarifstreit bei der Deutschen Post hat die Gewerkschaft ver.di zu bundesweiten Streiks aufgerufen. Den ganzen Tag über sollen die Beschäftigten in Brief- und Paketzentren die Arbeit niederlegen.

Der Tarifkonflikt zwischen ver.di und der Deutschen Post geht in die nächste Runde: Die Gewerkschaft hat nach gescheiterten Tarifgesprächen bundesweit alle Beschäftigten in Brief- und Paketzentren zum Streik aufgerufen. Die Post-Mitarbeiter sollen ganztägig die Arbeit niederlegen.

"Die Beteiligung war in der Nacht bereits sehr gut. Sehr viele Kolleginnen und Kollegen machen mit", berichtete Thomas Großstück, ver.di-Sprecher für Nordrhein-Westfalen, am frühen Morgen. Genaue Zahlen zur Beteiligung gebe es aber noch nicht.

Verweigerung ist eine "Provokation"

Die Gewerkschaft fordert 15 Prozent mehr Lohn für die rund 160.000 Tarifbeschäftigten in Deutschland bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der Grund für die Ausstände sind die auch in der zweiten Runde gescheiterten Tarifverhandlungen. "Die Beschäftigten in den Betrieben werden nun eine klare Antwort geben und ihren Forderungen mit Streiks Nachdruck verleihen", kündigte ver.di-Verhandlungsleiterin Andrea Kocsis an. "Dass die Arbeitgeber den Ausgleich von Reallohnverlusten verweigern, ist angesichts der Milliardengewinne des Konzerns eine Provokation."

"Realitätsferne" Gehaltsforderung

Die Deutsche Post hatte die Gehaltsforderung bereits mehrfach als "realitätsfern" abgewiesen. "Bei den anstehenden Tarifverhandlungen wird es wichtig sein, dass wir die Balance zwischen Lohnsteigerungen für unsere Beschäftigten und wirtschaftlicher Tragfähigkeit für das Unternehmen finden", sagte ein Sprecher vor dem Start der Verhandlungen. 

Die Annahme, dass Lohnsteigerungen durch Preiserhöhungen weitergegeben werden könnten, sei falsch. Die Post verweist auf die Preisregulierung für das Brief- und Paketgeschäft in Deutschland. Dennoch ist die Deutsche Post DHL hochprofitabel. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt allerdings im Ausland.

Weitere Streiks angekündigt

Die Tarifgespräche sollen am 8. Februar fortgesetzt werden. Bis dahin könnten weitere Streiks folgen, größere Demonstrationen vor den Verteilzentren seien zunächst aber nicht geplant.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. Januar 2023 um 17:20 Uhr.