Bahn-Vorstandsmitglied Ronald Pofalla spricht bei einem Auftritt | dpa

Infrastruktur-Vorstand Pofalla verlässt die Deutsche Bahn

Stand: 01.03.2022 10:54 Uhr

Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla gibt seinen Vorstandsposten bei der Deutschen Bahn mehr als drei Jahre vor Ende seines Vertrags auf. Er scheide aus persönlichen Gründen aus, so der Konzern-Verantwortliche für das Bauprojekt Stuttgart 21.

Nach sieben Jahren im Vorstand der Deutschen Bahn (DB) verlässt der frühere Kanzleramtschef Ronald Pofalla den Staatskonzern. Der 62-Jährige scheide Ende April "auf eigenen Wunsch" aus, teilte das Unternehmen mit.

"Nach mehr als sieben Jahren im Unternehmen ist es an der Zeit, zu meinem nächsten Lebensabschnitt aufzubrechen", erklärte Pofalla demnach. Bahn-Chef Richard Lutz bezeichnete ihn als hoch geschätzten Kollegen, "der unsere Strategie 'Starke Schiene' maßgeblich mitgestaltet hat".

Vom Kanzleramt zur Bahn

Vor seinem Wechsel zum DB-Konzern war Pofalla CDU-Generalsekretär und von 2009 bis 2013 Chef des Bundeskanzleramts unter Angela Merkel. Sein Wechsel zum DB-Konzern unter dem damaligen Bahn-Chef Rüdiger Grube war umstritten.

Anfangs kümmerte er sich insbesondere um den Bereich Regierungsbeziehungen. Seit 2017 ist Pofalla Vorstandsmitglied für den Bereich Infrastruktur. Dazu gehört auch das Bauprojekt Stuttgart 21. Die Kosten dafür steigen voraussichtlich um eine weitere Milliarde auf 9,15 Milliarden Euro, wie im Februar durchgesickert war. Deswegen stand Pofalla zuletzt verstärkt in der Kritik.

Vertrag lief noch bis 2025

Pofallas Vertrag als Vorstandsmitglied des Staatskonzerns lief noch bis Juli 2025. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll er ungeachtet seines vorzeitigen Ausscheidens keine Abfindung und auch keine Auszahlung für die verbleibende Amtszeit erhalten. Zu diesen finanziellen Fragen macht der Konzern in seiner Mitteilung allerdings keine Angaben.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. März 2022 um 10:45 Uhr.