Logo des Halbleiterherstellers NVIDIA an einem Firmengebäude | REUTERS

Halbleiterhersteller Nvidia ist Gewinner der Chipkrise

Stand: 18.11.2021 10:02 Uhr

Während die Industrie unter dem Chipmangel leidet, glänzen die Hersteller mit Milliardengewinnen. Das betrifft auch den Grafikkartenanbieter Nvidia. Der vermeldete nun kräftige Zuwächse beim Umsatz und Gewinn.

Die hohe Nachfrage nach Chips für Rechenzentren und Computerspiele hat dem kalifornischen Halbleiter-Spezialisten Nvidia im vergangenen Quartal ein kräftiges Umsatz- und Gewinnwachstum beschert. So stiegen die Einnahmen im Jahresvergleich um 50 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar, der Gewinn sprang um 84 Prozent auf 2,46 Milliarden Dollar in die Höhe.

Die Anleger reagierten erfreut, übertrafen die Zahlen doch die Erwartungen. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel an der New Yorker Börse um fast fünf Prozent zu. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.

Umsatzprognose erhöht

Die Freude an den Aktienmärkten wurde auch von den guten Geschäftsaussichten in den kommenden Monaten geschürt. Wegen der starken Nachfrage nach Halbleitern für Rechenzentren hat der weltweit größte Hersteller von Grafik- und KI-Chips seine Umsatzprognose für das Schlussquartal 2021 nach oben geschraubt und erwartet nun Erlöse von 7,4 Milliarden Dollar. Branchenbeobachter waren bislang im Schnitt von 6,86 Milliarden ausgegangen.

Ein großes Zukunftsgeschäft sieht Firmenchef Jensen Huang auch in Nvidias "Omniverse" - einer Plattform zur virtuellen Simulation realer Umgebungen wie zum Beispiel Fabriken, in der Prozesse und Abläufe optimiert werden können.

Pläne zum Kauf von ARM bekräftigt

Im dritten Quartal profitierte Nvidia von der starken Nachfrage nach Grafikkarten für Onlinespiele. Hier wuchs der Umsatz um 42 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit Chips für Rechenzentren legte um 55 Prozent auf gut 2,9 Milliarden Dollar zu. Die Technologie von Nvidia wird unter anderem für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz eingesetzt. Im Geschäft mit Autobauern wird auch Nvidia von den Engpässen bei Bauteilen gebremst, die zur Folge haben, dass Fahrzeuge nicht fertiggebaut werden können. Der Quartalsumsatz der Sparte sank um elf Prozent auf 135 Millionen Dollar.

Nvidia bekräftigte zudem die Pläne zum Kauf des britischen Chip-Designers ARM, dessen Technologie in praktisch allen Smartphones steckt. Man glaube weiterhin an die Vorteile der geplanten Übernahme, betonte Finanzchefin Colette Kress in einer Telefonkonferenz. Sie sagte, dass neben den EU-Wettbewerbshütern auch die US-Wettbewerbsaufsicht FTC Bedenken habe. Es werde über mögliche Zugeständnisse gesprochen.

Die EU-Wettbewerbshüter wollen die geplante Übernahme von ARM genauer unter die Lupe nehmen. Man befürchte, dass der Zusammenschluss "zu höheren Preisen, einer geringeren Auswahl und weniger Innovation in der Halbleiterindustrie führen könnte", teilte die EU-Kommission Ende Oktober mit. Zudem könne das entstehende Unternehmen den Zugang von Nvidia-Konkurrenten zu den Technologien von ARM beschränken.