Eine Illustration zeigt ein Smartphone mit der Webseite von NSO. | AFP

Israelische Spähsoftware Chef des "Pegasus"-Herstellers zurückgetreten

Stand: 21.08.2022 17:40 Uhr

NSO stellt die berüchtigte Spionage-Software "Pegasus" her, mit der neben Politikern auch Journalisten und Aktivisten ausgespäht wurden. Nun ist der Gründer und Chef der israelischen Firma zurückgetreten.

Der Chef des israelischen Spionagesoftware-Herstellers NSO, Shalev Hulio, ist nach Angaben des Unternehmens zurückgetreten. Mitarbeiter der Firma berichteten zudem, dass 100 Angestellte, rund 13 Prozent des NSO-Personals, entlassen werden sollten. Hulio verlasse im Rahmen einer Umstrukturierung seinen Posten, teilte ein Unternehmenssprecher mit. An seine Stelle rücke der bisherige Vorstand für das operative Geschäft, Yaron Shohat, der auch den Reorganisationsprozess leiten werde. Das verschuldete Unternehmen will sich demnach künftig auf die Nato-Mitgliedsstaaten als Kunden konzentrieren.  

Hersteller mächtiger Spähsoftware

NSO war international in die Kritik geraten, weil das Unternehmen die Spionage-Software "Pegasus" herstellt. Mit ihr können Kontakte, Nachrichten und die Standortdaten einer Zielperson auf deren Smartphone überwacht werden. Gedacht ist das laut NSO für das Aufspüren von Terroristen und Verbrechern - tatsächlich wurden jedoch auch in Ländern wie Saudi-Arabien und Mexiko oder dem Westjordanland Journalisten und Aktivisten ausgespäht.

Auch deutsche Behörden - das Bundeskriminalamt und der Bundesnachrichtendienst - nutzten die Software, wie journalistische Recherchen ergaben.

Die USA setzten NSO 2021 auf die Sanktionsliste, um der Firma den Zugang zu US-amerikanischer Technologie zu erschweren. Apple und Facebook werfen NSO vor, in ihre Produkte "einzubrechen" und haben die Firma verklagt.

Auch die israelische Entscheidung, Software-Exporte strenger zu kontrollieren, hat der Firma einen Schlag versetzt. Die Zahl der Staaten, in die NSO seine Überwachungswerkzeuge verkaufen kann, verringerte sich dadurch von 100 auf 37.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Januar 2022 um 15:35 Uhr.