Spritze und Fläschchen mit Corona-Impfstoff des Hersteller Novavax | REUTERS

Erste Lieferung erwartet Novavax-Impfstoff kommt Ende Februar

Stand: 14.01.2022 16:26 Uhr

Wer sich impfen oder boostern lassen will, hat bald mehr Auswahl: Ab dem 21. Februar wird laut Gesundheitsminister Lauterbach der Impfstoff Nuvaxovid von Novavax verfügbar sein. Er könnte Impfskeptiker anlocken.

Nach Comirnaty von BioNTech, Spikevax von Moderna sowie den Vakzinen von Johnson& Johnson und AstraZeneca kommt nun ein fünfter Impfstoff auf den deutschen Markt: das Präparat Nuvaxovid von Novavax. Die erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen soll ab dem 21. Februar zur Verfügung stehen, erklärte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Das Vakzin könne ab der dritten Februar-Woche in Impfzentren gespritzt werden. Ursprünglich sollte der Impfstoff schon im Januar kommen.

Die Lieferung weiterer 3,25 Millionen Dosen, die von der Bundesregierung bestellt wurden, dürfte sich indes weiter verzögern. Bestenfalls Ende Februar ist sie Lauterbach zufolge zu erwarten. Genaue Termine stünden aber noch nicht fest, erklärte der Minister.

Alternative für Menschen, die kein mRNA-Vakzin wollen

Das Präparat, das "quasi ein Totimpfstoff" sei, solle denjenigen besonders zur Verfügung stehen, die diese Art der Impfung bevorzugten, warb Lauterbach. Der proteinbasierte Impfstoff könnte vor allem für Impfstoffskeptiker eine Alternative sein, die Vorbehalte gegen die neuartigen mRNA-Technologien und die Vektorimpfstoffe haben. In Studien erwies sich das Novavax-Vakzin zu 90 Prozent als wirksam gegen das Coroavirus. Die Nebenwirkungen waren ähnlich wie bei anderen Impfstoffen und betrafen hauptsächlich Schmerzen an der Einstichstelle.

Zwei Dosen werden im Abstand von etwa drei Wochen gespritzt. Der Novavax-Impfstoff funktioniert ähnlich wie Grippeimpfstoffe. Er wird mit im Labor gezüchteten Kopien des Spike-Proteins hergestellt, das das Coronavirus umhüllt. Das menschliche Immunsystem bildet nach der Impfung damit Antikörper gegen das Protein und kann so eine Covid-19-Erkrankung abwehren. Zudem enthält das Novavax-Vakzin Saponin als Impfverstärker. Über die Nebenwirkungen von Saponin wurde bislang noch nicht viel geforscht.

Auch gegen Omikron geeeignet?

Wie stark das Vakzin gegen die Omikron-Variante hilft, ist unklar. Novavax-Chef Stanley Erck kündigte auf der JP-Morgan-Gesundheitskonferenz in dieser Woche an, dass in weiteren Studien die Wirksamkeit eines auf Omikron konzipierten Impfstoffs untersucht werde.

Das Mittel von Novavax wurde kürzlich als fünfter Corona-Impfstoff in der EU zugelassen. Insgesamt hat die EU-Kommission 100 Millionen Dosen bestellt. Zudem hat sich Brüssel eine Option auf weitere 100 Millionen Dosen gesichert.

Zulassungen in über 170 Ländern

Das Unternehmen mit Sitz in Gaithersburg in Maryland in den USA hat nach eigenen Angaben bereits in mehr als 170 Ländern eine Zulassung erhalten – meist über die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In Indonesien, auf den Philippinen und in Indien vertreibt Novavax sein Mittel bereits.

2022 plant Novavax, Kapazitäten für gut zwei Milliarden Impfdosen zu schaffen. Produziert wird der Impfstoff zusammen mit dem indischen Auftragsfertiger Serum Institute of India, dem inzwischen größten Impfstoffhersteller der Welt - nach Dosen gerechnet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Januar 2022 um 16:00 Uhr.