Straßenbahn in Berlin | picture alliance / Markus Mainka

Deutsche Bahn Neun-Euro-Ticket ab 23. Mai

Stand: 15.05.2022 11:33 Uhr

Mit dem Neun-Euro-Ticket sollen die Bürger von den hohen Energiepreisen entlastet werden. Die Deutsche Bahn gab nun den Verkaufsstart bekannt, obwohl Bundestag und -rat noch zustimmen müssen. Bayern droht mit einer Blockade, die Busbranche übt Kritik.

Die Deutsche Bahn will das Neun-Euro-Monatsticket ab dem 23. Mai zum Verkauf anbieten - vorausgesetzt Bundestag und Bundesrat stimmen dem Vorhaben zu. Das Ticket stehe dann über die App DB-Navigator sowie sämtliche andere digitale Bahn-Kanäle zur Verfügung, teilte der Konzern mit. "Ebenso wird es an den rund 5500 Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn und in den über 400 DB Reisezentren in Bahnhöfen erhältlich sein", hieß es.

Mit dem Ticket können die Fahrgäste im Juni, Juli und August für neun Euro pro Monat bundesweit den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr nutzen - in allen Städten und über alle Verbundgrenzen hinweg. Die Fahrkarten können auch bei anderen Verkehrsunternehmen online oder am Schalter gekauft werden. Viele Verbünde haben bereits angekündigt, ebenfalls am 23. Mai mit dem Verkauf starten zu wollen.

Entlastung von hohen Energiepreisen

Das Neun-Euro-Ticket ist Teil des Entlastungspakets, mit dem die Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP auf die hohen Energiepreise reagiert. Zugleich soll es ein Schnupperangebot sein, um mehr Kunden für Busse und Bahnen zu gewinnen.

Nach Angaben der Bahn wird das Neun-Euro-Ticket stets vom ersten bis zum letzten Tag des jeweiligen Monats gültig sein. Wer er es also erst Mitte des Monats kauft, kann nur noch die verbleibende Monatshälfte damit fahren. Es soll ab Verkaufsstart am 23. Mai aber möglich sein, die Tickets für alle drei Monate gleichzeitig zu kaufen.

Bayern droht mit Blockade

Die Abstimmung in Bundestag und Bundesrat ist für die kommende Woche vorgesehen. Bayern droht allerdings im Bundesrat mit einer Blockade. "Wenn der Bund glaubt, er könne sich auf dem Rücken der Länder für ein dreimonatiges Trostpflaster beklatschen lassen und andere sollen dafür die Rechnung zahlen, dann hat er sich gewaltig getäuscht", sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter.

Sofern der Bund die Kosten für das Ticket nicht voll ausgleiche und nicht wie im Koalitionsvertrag versprochen die Regionalisierungsmittel deutlich erhöhe, werde er im Bundesrat gegen eine Mauer laufen. Bernreiter fordert eine "echte Entlastung“ durch mehr Bundesmittel für ein besseres Angebot im öffentlichen Nahverkehr .

Busbranche sieht Probleme

Die private Busbranche warnte vor negativen Effekten durch die Neun-Euro-Monatstickets vor allem auf Fernbusfahrten. Durch die bundesweite Gültigkeit sei das Ticket neben der Funktion als Entlastung für Pendlerinnen und Pendler quasi auch eine "Fernverkehrsflatrate", erklärte der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen.

Es sei daher zu erwarten, dass sich viele Menschen bei ihrer Reiseplanung für das Neun-Euro-Ticket und gegen den Fernbus entscheiden würden. "Und das nach über zwei Jahren Corona-bedingter Fahrgastausfälle."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. Mai 2022 um 10:35 Uhr.