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Bayer-Tochter Monsanto wurde ausgespäht

Stand: 07.01.2022 11:16 Uhr

Ein chinesischer Staatsangehöriger hat laut US-Regierung Wirtschaftsspionage beim Agrarkonzern Monsanto zugegeben. Er soll Software gestohlen haben. Nun droht ihm in den USA eine lange Haftstrafe.

Der chinesische Bildgebungswissenschaftler Xiang Haitao muss sich in den USA wegen Wirtschaftsspionage vor Gericht verantworten. Er soll Betriebsgeheimnisse des Agrarkonzerns Monsanto gestohlen und an den chinesischen Staat weitergegeben haben. Jetzt bekannte sich der 44-Jährige laut US-Justizministerium der Verschwörung zur Wirtschaftsspionage im Namen Chinas für schuldig.

Xiang war zwischen 2008 und 2017 bei Monsanto sowie dessen Tochterunternehmen The Climate Corporation beschäftigt. Nach Angaben des Justizministeriums soll er eine von Monsanto entwickelte Software gestohlen haben, die Landwirten helfen sollte, ihre Ernteerträge zu verbessern.

"Gewöhnlicher, isolierter Vorfall"

Der Wissenschaftler habe zugegeben, dass er "ein Geschäftsgeheimnis von Monsanto gestohlen, es auf eine Speicherkarte übertragen und versucht hat, es zum Nutzen der chinesischen Regierung in die Volksrepublik China zu bringen", erklärte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Matthew Olsen. Xiang droht im Falle einer Verurteilung die Höchststrafe von 15 Jahren Gefängnis und eine Geldstrafe von fünf Millionen Dollar.

"Wir können nicht zulassen, dass US-Bürger oder ausländische Staatsangehörige sensible Geschäftsinformationen an Konkurrenten in anderen Ländern weitergeben", erklärte der zuständige Staatsanwalt Sayler Fleming aus Missouri. Der 2018 vom DAX-Unternehmen Bayer übernommene Monsanto-Konzern hat im östlichen Bezirk des US-Bundesstaats Missouri seinen Hauptsitz.

Als Xiang 2019 von den US-Behörden angeklagt wurde, hatte das chinesische Außenministerium erklärt, die Regierung in Washington versuche, durch den Fall seine Wirtschaftsspionage-Anschuldigungen gegen China zu untermauern. Es handle sich um einen "gewöhnlichen, isolierten Vorfall", den die US-Regierung hochzuspielen versuche, hatte Sprecher Geng Shuang damals erklärt.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 07. Januar 2022 um 18:39 Uhr.