Eine Frau bereitet eine Spritze mit einer Dosis des Impfstoffs von Moderna vor. | picture alliance/dpa

Gegen Covid-19 und Grippe Moderna entwickelt Kombi-Impfstoff

Stand: 17.01.2022 18:58 Uhr

Corona-Booster und Grippe-Schutzimpfung in einem - der US-Hersteller Moderna will einen solchen kombinierten Wirkstoff möglicherweise im Herbst 2023 auf den Markt bringen. Auch andere Firmen arbeiten daran.

Der Vakzin-Hersteller Moderna hat eine kombinierte Auffrischimpfung gegen Covid-19 und Grippe für 2023 in Aussicht gestellt. Das US-Unternehmen forsche an einem solchen kombinierten Booster, sagte Moderna-Chef Stephane Bancel bei einer virtuellen Tagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) Davos.

Das beste Szenario gehe davon aus, dass der kombinierte Covid/Grippe-Impfstoff zumindest in einigen Ländern bis Herbst kommenden Jahres verfügbar sein werde, so Bancel. "Unser Ziel ist es, eine einzige jährliche Auffrischung zu haben." Damit könne man dem möglichen Problem begegnen, nicht zwei bis drei Impfungen pro Winter verabreichen zu müssen.

Auch andere Hersteller hatten zuvor bekanntgegeben, dass sie an einem solchem Kombi-Impfstoff forschen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte sich dafür stark gemacht, dass die Unternehmen einen gekoppelten Impfstoff möglichst bald auf den Markt bringen - um die Hürden zu senken und die Bereitschaft zur Impfung zu erhöhen.

Daten zu Omikron-Vakzin im März

Moderna-Chef Bancel kündigte zudem für März neuere Erkenntnisse zu einem Corona-Impfstoff an, der an die Omikron-Variante angepasst ist. Der Impfstoffkandidat gegen die hochansteckende Variante werde in den kommenden Wochen in die klinische Entwicklung gebracht, sagte er. Moderna hoffe, die Daten im März mit den Aufsichtsbehörden teilen zu können, um dann die nächsten Schritte zu ermitteln.

Damit hinkt Moderna dem Zeitplan von BioNTech und Pfizer offenbar etwas hinterher. Das Mainzer Pharmaunternehmen und sein US-Partner haben nach eigenen Angaben bereits mit der Produktion eines an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffs für eine spätere kommerzielle Nutzung begonnen. Das teilte BioNTech-Chef Ugur Sahin letzte Woche auf einer Gesundheitskonferenz der US-Bank J.P. Morgan mit. Ende Januar werde eine klinische Studie zu dem Impfstoff beginnen. "Wir gehen davon aus, dass wir bis März für eine Belieferung des Marktes bereit sind, wenn die behördlichen Genehmigungen vorliegen."

Unternehmensgründerin Özlem Türeci sagte im Dezember, dass die ersten kommerziellen Chargen eines speziellen Omikron-Impfstoffes im März lieferbar sein könnten - und dann auch schon millionenfach. Zuvor müssten aber weitere Labordaten und vor allem auch Daten aus der Praxis ausgewertet werden. Das soll in diesen Wochen geschehen.

Ansteckungen auch nach vierter Impfung

Omikron breitet sich sehr rasch aus. Gleichzeitig wachsen die Hoffnungen, dass die Variante zu leichteren Krankheitsverläufen führt und das Ende der Pandemie beschleunigt. Manche Experten gehen davon aus, dass ein eigener Omikron-Impfstoff im Frühjahr möglicherweise zu spät kommen könnte, weil sich dann schon so viele Menschen infiziert haben.

Indes deuten Zwischenergebnisse einer Studie aus Israel darauf hin, dass sich Omikron auch nach eine vierten Corona-Impfung verbreitet. Man beobachte bei vierfach Geimpften Ansteckungen, sagte Professor Gili Regev vom Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv. Zwei Wochen nach einer vierten Dosis des Präparats von BioNTech/Pfizer sei zwar ein "schöner Anstieg" der Antikörper zu beobachten. "Aber für Omikron ist dieser schöne Wert nicht genug."

Über dieses Thema berichtete dasARD-Morgenmagazin am 17. Januar 2022 um 05:38 Uhr.