Moderna-Impfstoff Lieferung  | picture alliance / ASSOCIATED PR

Weniger Impfdosen Moderna kappt Prognose

Stand: 04.11.2021 13:58 Uhr

Der US-Biotechkonzern Moderna wird in diesem Jahr weniger Corona-Impfdosen herstellen als ursprünglich erwartet. Entsprechend geringer wird auch die Bilanz ausfallen. Investoren reagieren enttäuscht.

Der US-Biotechkonzern hat im dritten Quartal erneut gezeigt, wieviel Geld sich mit der Herstellung des Covid-Vakzins verdienen lässt. Bei einem Umsatz von fünf Milliarden Dollar hat das Unternehmen einen Nettogewinn von 3,3 Milliarden Dollar erzielt, verglichen mit einem Verlust von 233 Millionen im gleichen Zeitraum im Jahr 2020.

Im Gesamtjahr wird Moderna allerdings seine Prognose nicht erfüllen können. Statt einer Milliarde sollen nun zwischen 700 und 800 Millionen Corona-Impfstoffdosen ausgeliefert werden. Das Unternehmen führt dies auf längere Vorlaufzeiten für Auslandslieferungen zurück, die teilweise auf 2022 verschoben werden sollen.

Zudem gab es Verzögerungen bei der geplanten Erweiterung der Abfüllkapazitäten für den Impfstoff. Moderna hatte bereits im August mitgeteilt, dass es im laufenden Jahr zu Kapazitätsbeschränkungen kommen könnte und und deshalb keine Bestellungen mehr entgegen genommen werden können. In Großbritannien und Kanada habe es einen "ungleichmäßigen Produktionsanlauf" gegeben, sagte das Unternehmen. Auch sei es bei den den Exporten ins Ausland zu Verzögerungen gekommen.

Bis zu fünf Milliarden Dollar weniger Umsatz

Zudem will Moderna der Afrikanischen Union bis zu 110 Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs zu "niedrigsten Preisen" ausliefern. Die ersten 15 Millionen Dosen sollen im vierten Quartal 2021 ausgeliefert werden, 35 Millionen Dosen im ersten Quartal 2022 und bis zu 60 Millionen Dosen im zweiten Quartal 2022.

Wegen all dieser Belastungen wird der Umsatz des Unternehmens in diesem Jahr um bis zu fünf Milliarden Dollar geringer ausfallen als erwartet. Statt 20 Milliarden erwartet das Unternehmen nun Erträge zwischen 15 und 18 Milliarden Dollar. An der Börse sorgte die revidierte Prognose für Enttäuschung. Die Moderna-Aktie verlor im frühen Handel bis zu 15 Prozent.

Im kommenden Jahr soll der Umsatz dann zwischen 17 und 22 Milliarden Dollar betragen, weil das Unternehmen seine Impfstoffe und Auffrischungsdosen in noch mehr Länder ausliefern wird als bisher. Damit hinkt Moderna weiter hinter dem größeren Rivalen Pfizer hinterher, der 2021 deutlich mehr Dosen des gemeinsamen Covid-19-Impfstoffs mit BioNTech herstellen will. Pfizer hatte jüngst seine Umsatzprognose für das Vakzin auf 36 Milliarden Dollar in diesem Jahr angehoben - von zuvor 33,5 Milliarden Dollar - und erwartet weitere 29 Milliarden Dollar Umsatz 2022. Pfizer unterstellt bei seiner Umsatzprognose die Auslieferung von 2,3 Milliarden Impfdosen. Insgesamt wollen Pfizer und BioNTech in diesem Jahr drei Milliarden Impfdosen herstellen.