Niedersachsen, Braunschweig: Eine Mitarbeiterin vom Sicherheitsdienst kontrolliert an einer Stempelstelle auf dem Weihnachtsmarkt Impfausweise. | dpa

Erste Labortests Moderna-Booster wirkt stark gegen Omikron

Stand: 20.12.2021 16:55 Uhr

Eine Auffrisch-Impfung mit Moderna erhöht die Immunabwehr des Körpers gegen die neue Omikron-Variante offenbar deutlich. Durch den Booster steige der Antikörperspiegel um das 37-Fache, so der Hersteller.

Eine Booster-Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von Moderna ist nach Angaben des Herstellers sehr effektiv auch im Schutz vor der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Im Vergleich zu einer Zweifach-Impfung sei der neutralisierende Antikörperspiegel nach einer Auffrischungsimpfung ungefähr um das 37-Fache gestiegen, teilte das US-Unternehmen mit. Die Forscher hatten den Antikörperlevel 29 Tage nach der Booster-Impfung im Labor analysiert.

Dafür analysierten die Forscher Proben, bei denen Menschen die zugelassene Dosis von 50 Mikrogramm für die Booster-Impfung erhalten haben. Das ist nur halb so viel wie jeweils bei der ersten und zweiten Impfung. Bei einer Auffrischimpfung mit einer Dosis von 100 Mikrogramm habe sich der neutralisierende Antikörperlevel im selben Zeitraum sogar um das 83-Fache erhöht, heißt es von Moderna. Diese Menge ist allerdings nur für Menschen mit Immunschwäche zugelassen.

Veröffentlichung im Fachjournal steht noch aus

Die Daten wurden bislang nicht in einem Fachjournal veröffentlicht. Es gibt außerdem noch keine Daten dazu, wie lange die Wirkung nach dem Boostern mit dem Moderna-Impfstoff anhält.

"Um auf diese hochgradig übertragbare Variante zu reagieren, wird Moderna die Entwicklung eines Omikron-spezifischen Booster-Kandidaten weiter vorantreiben und zügig in die klinische Testphase bringen, falls dieser in Zukunft notwendig werden sollte", sagte Vorstandschef Stephane Bancel. In der vergangenen Woche hatte Moderna eine Untersuchung veröffentlicht, der zufolge Geimpfte vier Wochen nach der zweiten Dosis wesentlich weniger neutralisierende Antikörper gegen Omikron als gegen bestimmte frühere Varianten im Blut hatten.

Um die Wirkung eines Impfstoffs gegen eine Variante zu untersuchen, machen Forscher in der Regel sogenannte Neutralisationstests. Dabei wird geprüft, wie viele Antikörper ein Geimpfter im Blut hat, die sich an eine - meist künstlich hergestellte - Virusvariante binden können und sie damit ausschalten. Der tatsächliche Schutz von Geimpften kann damit aber nicht bestimmt werden. Dafür bräuchte es klinische Studien mit Tausenden Probanden oder Auswertungen des laufenden Infektionsgeschehens.

Schutz durch die dritte Impfung

Der Mainzer Hersteller BioNTech hatte zuvor mitgeteilt, dass für einen ausreichenden Schutz vor der Omikron-Variante drei Dosen seines Impfstoffs nötig seien. Ersten Labordaten zufolge schützten zwei Dosen nicht ausreichend vor einer Infektion mit dieser Variante.

Das Ragon-Institut in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts war vergangenen Woche in einer Studie zum Ergebnis gekommen, dass der Antikörper-Spiegel beim Vakzin von BioNTech und Pfizer nach einer gewissen Zeit schneller abfiel als beim Moderna-Impfstoff. Den Forschern zufolge sind aber beide Impfstoffe gut wirksam gegen die Omikron-Variante.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Dezember 2021 um 16:00 Uhr.