Das Erfolgsspiel ''Candy Crush''

Für 69 Milliarden Dollar Microsoft schnappt sich Activision Blizzard

Stand: 18.01.2022 15:27 Uhr

Der durch Sexismus-Vorwürfe und unerwartet schwache Zahlen unter Druck geratene Videospiele-Anbieter Activision Blizzard wird von Microsoft übernommen - für fast 70 Milliarden Dollar.

Microsoft übernimmt in einem fast 70 Milliarden Dollar schweren Deal den bekannten Videospieleanbieter Activision Blizzard. Der Software-Riese, der hinter der Xbox-Spielekonsole steht, sichert sich damit populäre Spiele wie "Call of Duty", "Overwatch" und "Candy Crush". Der Konzern will auf diese Weise sein Wachstum im Spielesektor beschleunigen.

Der derzeitige Chef von Activision Blizzard, Bobby Kotick, soll weiter an der Spitze der Spielefirma blieben, hieß es. Kotick war in den vergangenen Monaten nach Vorwürfen von sexueller Belästigung und Diskriminierung gegen Manager des Unternehmens in die Kritik geraten. Der Aktienkurs des Unternehmens hatte sich zeitweise halbiert. Auch die Geschäfte schienen zuletzt nicht mehr so gut zu laufen.

Aufpreis von 45 Prozent

So schockte Activision Blizzard seine Aktionäre Anfang Januar mit einem unerwartet schwachen Ausblick für den Umsatz und den Gewinn im vierten Quartal 2021. Die Papiere des Videospiele-Anbieters sackten um 14 Prozent ab. Ein Einbruch, den Microsoft offenbar genutzt hat, um sich die Mehrheit der Aktien von Activision zu sichern.

So bietet der Konzern 95 Dollar je Aktie von Activision Blizzard - ein Aufschlag von 45 Prozent zum Schlusskurs von 65,39 Dollar am Freitag. Die Spielefirma werde damit insgesamt mit 68,7 Milliarden Dollar (60,4 Milliarden Euro) bewertet. Damit zahlt Microsoft in etwa soviel wie Activision vor einem halben Jahr wert war, als der Kurs wegen erster Berichte über Sexismus und Diskriminierungen von Mitarbeitern ins Wanken geriet und unter die Schwelle von 100 Dollar rutschte. Bis November sackte die Aktie dann auf 57 Dollar ab.

Im Fokus eines Sexismus-Skandals

Auslöser für den Absturz und die monatelange Unruhe in dem Unternehmen war die Klage einer Bürgerrechtsbehörde, die zahlreiche Missstände wie Diskriminierung und Belästigung von Frauen sowie Chancenungleichheit anprangerte. Im Zuge von Ermittlungen wurden 37 Mitarbeiter entlassen, wie Activision Blizzard am Montag mitteilte. 44 weitere hätten eine schriftliche Verwarnung bekommen. Genauere Angaben könnte Vorstanschef Kotick am dritten Februar machen, wenn das Unternehmen seine Zahlen zum vierten Quartal veröffentlicht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Januar 2022 um 17:00 Uhr.