Meta-Logo auf einem Schild am Firmensitz | picture alliance / ASSOCIATED PR

Meta-Aktie schnellt empor Mehr Nutzer bei Facebook & Co.

Stand: 28.04.2022 11:04 Uhr

Der US-Konzern Meta meldet wieder höhere Nutzerzahlen für seine Dienste wie Facebook, WhatsApp oder Instagram. Doch der Umsatz des Unternehmens wächst nur noch langsam - und bald gar nicht mehr?

Meta, das Mutterunternehmen von Facebook, hat im ersten Quartal wieder mehr Zuspruch bei den Nutzern gefunden. Zuletzt verwendeten täglich 2,87 Milliarden Nutzer mindestens einen Dienst des Meta-Konzerns, neben Facebook sind das Messenger, WhatsApp, Instagram sowie das Virtual-Reality-Unternehmen Oculus. In den vorherigen drei Monaten waren es 2,82 Milliarden gewesen. Auf Facebook griffen täglich 1,96 Milliarden Nutzer zu - rund 30 Millionen mehr als drei Monate zuvor.

Tiktok-Klon "Reels" wächst

Vor drei Monaten hatte Facebook noch von einem Rückgang von einer Million Nutzer pro Tag berichtet und damit die Meta-Aktie auf Talfahrt geschickt. Meta hatte damals eine verstärkte Konkurrenz von der chinesischen Kurzvideo-App TikTok als Grund angeführt und im ersten Quartal seinen Konkurrenz-Dienst "Reels" veröffentlicht.

Laut Meta-Chef Mark Zuckerberg schauten sich in der Instagram-App Nutzer etwa ein Fünftel der Zeit Reels-Videos an. Bei Facebook füllten Videos die Hälfte der Nutzungszeit aus - und Reels verzeichne auch dort Zuwächse, so der Unternehmensgründer.

Apple macht Meta das Leben schwer

Dennoch schwächte sich das Wachstum bei dem erfolgsverwöhnten Konzern auch wegen geringerer Werbebudgets sowie Apples neuen Datenschutz-Regeln ab. Durch Apples Maßnahmen wird Personalisierung von Werbung erschwert und damit die Zahlungsbereitschaft der Werbekunden gesenkt.

Der Umsatz legte im ersten Quartal im Jahresvergleich lediglich um sieben Prozent auf 27,9 Milliarden Dollar zu. Das war ein sehr niedriger Anstieg für den erfolgsverwöhnten Konzern, der noch dazu unter den Erwartungen der Analysten lag. Unter dem Strich sank der Gewinn wegen deutlich höherer Ausgaben unter anderem für neue Mitarbeiter und Investitionen in Produkte um gut ein Fünftel auf 7,5 Milliarden Dollar.

Meta hat zuletzt stark in die Entwicklung virtueller Welten, das sogenannte Metaversum, investiert. Die Ausgaben von Meta nahmen in den ersten drei Monaten um 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Nach eigenen Angaben beschäftigte der Konzern Ende März 77.805 Mitarbeiter - ein Plus von 28 Prozent im Jahresvergleich.

Krieg bremst das Werbegeschäft

Für das laufende Vierteljahr stellte Meta einen Umsatz zwischen 28 und 30 Milliarden Dollar in Aussicht. Bei einem Vorjahreswert von 29 Milliarden Dollar könnte es damit sogar einen Umsatzrückgang geben. Der Konzern verweist unter anderem auf die Abschwächung des Geschäfts durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das liegt laut Meta nicht nur am Stopp der Anzeigenplattform in Russland, sondern auch daran, dass Sorgen wegen der wirtschaftlichen Konsequenzen des Krieges die Aktivität der Werbekunden insgesamt bremsen.

Anleger reagierten dennoch positiv. Die Meta-Aktie kletterte nachbörslich um 18 Prozent. Allerdings hat das Papier seit Jahresstart auch fast die Hälfte seines Wertes eingebüßt.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 28. April 2022 um 09:54 Uhr.