McDonald's

US-Milliardär Carl Icahn Investor drängt McDonald's zu mehr Tierwohl

Stand: 21.02.2022 15:00 Uhr

Hat die Fastfood-Kette McDonald's ihr Versprechen gebrochen, dass Schweine nicht mehr in enge Kästen gezwängt werden sollen? Das behauptet der US-Investor Carl Icahn - und will nun zwei Sitze im Verwaltungsrat besetzen.

Der US-Multimilliardär Carl Icahn will die Schnellrestaurant-Kette McDonald's dazu bewegen, beim Einkauf von Schweinefleisch mehr auf das Tierwohl zu achten. Icahn nominierte zwei Vertraute für die Wahl in den Verwaltungsrat des Konzerns in diesem Jahr, wie McDonald's gestern mitteilte. Damit will er offenbar den Umgang mit Schweinen verändern. Der als aktivistischer Investor bekannte Großaktionär wirft der Fastfoodkette vor, ihre 2012 abgegebenen Verpflichtungen nicht einzuhalten. Damals hatte Icahn das Unternehmen wegen der Verwendung von Trächtigkeitskäfigen für Schweine in seiner Lieferkette kritisiert, woraufhin es angekündigte, seine Lieferanten schrittweise zu verpflichten, auf die sogenannte Kastenstandshaltung zu verzichten.

Dabei werden Mutterschweine zum Ferkeln in enge Kästen gezwängt, was von Tierrechtsgruppen und Aktivisten schon seit langem angeprangert wird. Ursprünglich wollte McDonald's diese Praxis innerhalb von zehn Jahren - also bis 2022 - beenden. Icahn sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg vergangene Woche, der Konzern habe dieses Versprechen aber nicht erfüllt und stattdessen bis Ende 2024 verschoben. Das "unnötige Leiden" dieser Tiere bewege ihn.

Kritik auch von Tierschutz-Organisationen

Deshalb eröffnete er nun einen Kampf um zwei Sitze im Verwaltungsrat. Der milliardenschwere Investor nominierte Leslie Samuelrich von Green Century Capital Management und Maisie Ganzler von Bon Appétit Management Company, die sich auf der Jahreshauptversammlung 2022 zur Wahl stellen wollen.

Bereits im November hatte die Humane Society of the United States das Engagement von McDonald's in Frage gestellt. Statt die Trächtigkeitskisten zu beseitigen, habe das Unternehmen den Schweinezüchtern erlaubt, "trächtige Schweine für sechs der 16 Schwangerschaftswochen einzusperren", sagte Josh Balk, Vizepräsident für Nutztierschutz bei der Tierschutz-Organisation. Er kenne Icahn seit über einem Jahrzehnt. Der Investor werde dafür kämpfen, Tierquälerei vorzubeugen.

McDonald's erklärte, der Konzern kaufe nur rund ein Prozent der gesamten Schweinefleisch-Produktion der USA ein - etwa für Schinken im Burger. Zudem sei das Unternehmen auf dem besten Weg, bis Ende dieses Jahres 85 bis 90 Prozent seiner Lieferungen von Säuen zu beziehen, die während der Trächtigkeit nicht in Boxen untergebracht seien.

Bis 2025 soll Kastenstandshaltung beendet werden

Der ursprüngliche Plan sei angepasst worden, da die "derzeitige Versorgung von Schweinefleisch in den USA eine solche Verpflichtung unmöglich" mache. Zudem beeinträchtige diese das Bestreben des Unternehmens, Kunden mit Qualitätsprodukten zu erschwinglichen Preisen zu versorgen.

Bis Ende 2024 wolle das Unternehmen zu 100 Prozent auf Schweine aus der umstrittenen Haltung verzichten, so McDonald's. Dieses Ziel wolle das Unternehmen erreichen "trotz branchenweiter Herausforderungen für Landwirte und Produzenten wie die Covid-19-Pandemie und weltweiter Ausbrüche von Schweinekrankheiten".

Gleichzeitig ging der Konzern zum Gegenangriff über: Icahn sei Mehrheitsaktionär des Unternehmens Viskase und damit einer Firma, die Verpackungen für Schweine- und Geflügelfleisch herstelle. "Es ist interessant, dass Herr Icahn Viskase nicht öffentlich aufgefordert hat, ähnliche Verpflichtungen wie McDonald's 2012 einzugehen."

Carl Icahn ist dafür bekannt, dass er große Aktienpakete in börsennotierten Unternehmen übernimmt, bevor er sich für massive Veränderungen einsetzt. Im Fall von McDonald's besitzt Icahn nach Angaben des Unternehmens allerdings lediglich 200 Aktien im Wert von etwa 50.000 Dollar.