Das Containerschiff "McKinney Moller" in Cadiz (Spanien).  | dpa

Container-Schifffahrt Maersk fährt Rekordgewinn ein

Stand: 09.02.2022 16:38 Uhr

Die knappen Transportkapazitäten durch angespannte Lieferketten haben Maersk einen Gewinn von 18 Milliarden US-Dollar eingebracht. Damit stellte die weltgrößte Container-Reederei einen dänischen Rekord auf.

Die angespannten Lieferketten haben der dänischen Reederei Maersk im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn beschwert. Nach eigenen Angaben konnte das Unternehmen einen Gewinn von 18 Milliarden US-Dollar einfahren, mehr als sechsmal so viel wie im bereits profitablen ersten Corona-Jahr 2020. Damit sorgte Maersk zugleich für einen dänischen Rekord: Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ritzau hat noch nie zuvor ein dänisches Unternehmen in einem Jahr so viel Geld verdient wie Maersk 2021.

Der Umsatz der weltgrößten Container-Reederei sprang auf 61,8 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen mitteilte. Gegenüber 2020 ist das ein Plus von rund 55 Prozent. Der Hauptgrund für die gestiegenen Einnahmen sind die enorm gestiegenen Preise für Containertransporte, die durch Lieferengpässe und mangelnde Transportkapazitäten in die Höhe getrieben wurden.

Entspannung der Lieferketten erwarten

Die Corona-Pandemie hat die Fahrpläne der Reedereien derart durcheinandergewirbelt, dass Schiffe und Container ihre Zeitpläne oft nicht einhalten konnten. Verbraucher und Unternehmen müssen daher zum Teil monatelang auf bestellte Ware warten. Vor allem in China und den USA ist die Konjunktur früher und kräftiger wieder angesprungen als in Deutschland, was die Nachfrage nach Seetransporten zusätzlich erhöht hat. Die Kapazitäten sind in der Folge mehr als ausgeschöpft.

Im laufenden Jahr rechnet Maersk allerdings mit einer Entspannung der globalen Lieferketten. Während es in vielen Branchen für Erleichterung sorgen dürfte, wenn die Engpässe im weltweiten Warenhandel ein Ende haben, stellen sich die Reedereien auf ein Abflauen des extremen Schifffahrts-Booms ein. Die Maersk-Führung erwartet für 2022 ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern von rund 19 Milliarden US-Dollar, wie das Unternehmen mitteilte. Das wäre etwas weniger als die 19,8 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2021. Das setzte die Maersk-Aktie zunächst unter Druck, anschließend drehte das Papier jedoch ins Plus und notierte zuletzt rund 2,9 Prozent höher.

Milliarden-Zukauf im Speditionsgeschäft

Zugleich gab Maersk bekannt, das Transportgeschäft an Land durch eine Übernahme weiter auszubauen. Geplant sei die Übernahme des US-Unternehmens Pilot Freight Services für 1,68 Milliarden US-Dollar, wie die Dänen mitteilten. Die Frachtspedition ist auf den Transport großer, unhandlicher Waren für den Onlinehandel spezialisiert.

Der Kaufpreis entspreche einem Unternehmenswert in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar inklusive Schulden, hieß es. Die behördlichen Genehmigungen für die Transaktion stehen noch aus. Erst im November hatte Maersk die Übernahme des deutschen Fluglogistikers Senator International bekannt gegeben.

Über dieses Thema berichtete mdr Aktuell am 09. Februar 2022 um 16:38 Uhr sowie NDR-Info um 09:00 Uhr.