Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Flughafen | AFP

Lufthansa-Tarifrunde Piloten beschließen Streik

Stand: 25.08.2022 19:36 Uhr

Das aktuelle Lufthansa-Angebot geht der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit nicht weit genug. Daher hätten nun Streikvorbereitungen begonnen. Wann es zu Arbeitsniederlegungen kommt, ist aber noch unklar.

Nachdem die Tarifkommission der Vereinigung Cockpit (VC) ein nachgebessertes Angebot der Lufthansa abgelehnt hat, sind die angedrohten Pilotenstreiks noch wahrscheinlicher geworden. Die Lufthansa habe am Vormittag ein neues Angebot vorgelegt, das aus Sicht der Vereinigung Cockpit trotz "eines Schritts in die richtige Richtung" unzureichend sei, erklärte die Gewerkschaft nach zweitägigen Beratungen ihrer Gremien. Die Vorbereitungen für Streikmaßnahmen hätten begonnen. Nach dem entsprechenden Vorstandsbeschluss seien nun ab sofort Streiks möglich. Wann und wo gestreikt werden soll, ließ die Vereinigung Cockpit aber offen..

Bei einer Urabstimmung in der Lufthansa-Passage hatten der Gewerkschaft zufolge 97,6 Prozent für den Arbeitskampf gestimmt. Bei der kleinere Lufthansa Cargo waren es demnach sogar 99,3 Prozent. Die Beteiligung lag nach Angaben der Vereinigung Cockpit bei 93 Prozent. Mindestens 70 Prozent der Stimmberechtigten müssen einer Arbeitsniederlegung zustimmen.

Festgefahrene Verhandlungen

"Die juristischen und organisatorischen Vorbereitungen für Streikmaßnahmen sind gestartet worden. Dennoch ist klar, dass die Vereinigung Cockpit weiter erreichbar ist", erklärte die Piloten-Gewerkschaft.

Offizieller Anlass sind die nach sechs Runden festgefahrenen Verhandlungen über einen neuen Gehaltstarifvertrag. Bis Ende vergangener Woche gab es sogar eine Sondierungsrunde hinter verschlossenen Türen - ohne Ergebnis. Eine Sprecherin der Lufthansa betonte, dass das Unternehmen jederzeit zur Verfügung stehe, um die Gespräche fortzusetzen und die "flexible Ausgestaltung" des Angebots zu besprechen.

Konflikt um die Konzernstrategie

Die Vereinigung Cockpit verlangt Gehaltssteigerungen von 5,5 Prozent im laufenden Jahr und einen automatisierten Inflationsausgleich ab 2023. Den vorherigen Tarifvertrag hatte die Gewerkschaft zum 30. Juni gekündigt.

Zusätzlich gibt es einen Konflikt um die Konzernstrategie. In der Vergangenheit hatte sich die Gewerkschaft garantieren lassen, dass exakt 325 Flugzeuge ausschließlich von Kapitänen und Ersten Offizieren geflogen werden dürfen, die dem Konzerntarifvertrag unterliegen.

Streik auch bei Eurowings möglich

Die Lufthansa hat diese Zusatzvereinbarung wegen der Coronakrise aufgekündigt und eine neue Airline mit niedrigeren Tarifbedingungen aufgebaut - die "Cityline 2". Diese soll Flüge innerhalb Europas übernehmen.

Auch bei der größten Lufthansa-Tochter Eurowings bereitet sich die Vereinigung Cockpit auf einen Streik vor. Die Urabstimmung der Piloten soll dort am 31. August ausgezählt werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. August 2022 um 19:00 Uhr.