Lufthansa-Chef Carsten Spohr | EPA

Airline in der Krise Lufthansa zahlt Staatshilfen zurück

Stand: 12.10.2021 10:39 Uhr

Die Lufthansa kommt beim Ausstieg aus den staatlichen Hilfen voran. Von den Stillen Einlagen des Bundes hat der Konzern 1,5 Milliarden Euro zurückerstattet. Weitere Schritte sollen bis Jahresende folgen.

Der von der Corona-Krise schwer getroffene Lufthansa-Konzern hat einen Teil der staatlichen Hilfen zurückgezahlt. Von einer Stillen Einlage des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes seien 1,5 Milliarden Euro vollständig abgelöst worden, so die Fluggesellschaft am gestrigen Abend. Bis Ende des Jahres soll die restliche Milliarde - eine zweite Stille Einlage - zurückgezahlt werden.

Konzernchef Spohr zuversichtlich

Die Mittel dafür hatte die Lufthansa über eine Kapitalerhöhung eingesammelt, die ein Volumen von 2,162 Milliarden Euro hatte. "Wir sind sehr dankbar, dass die Deutsche Lufthansa AG in schwierigsten Zeiten mit Steuermitteln stabilisiert worden ist", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. "Wir schauen zunehmend optimistisch in die Zukunft."

Damit kommt die Airline bei dem Versuch voran, sich finanziell wieder auf eigene Beine zu stellen. In der Corona-Krise hatte die Lufthansa staatliche Stille Einlagen von bis zu 5,7 Milliarden Euro erhalten, von denen aber nur ein Teil in Anspruch genommen wurde. Dazu kam ein staatlich abgesicherter Kredit von bis zu drei Milliarden Euro. Im Rahmen einer direkten Beteiligung hatte sich der WSF zudem 20 Prozent der Lufthansa-Anteile für 300 Millionen Euro gesichert. Die Stillen Einlagen werden wie die Aktienbeteiligung zum Eigenkapital gezählt, was die Bilanz der Lufthansa entlastet und eine Aufnahme von Fremdkapital erleichtert.

Weniger Staat, mehr Handlungsfreiheit

Die staatliche Unterstützung hat für die Airline aber auch Nachteile. Zum einen sorgen die Kredite für eine vergleichsweise hohe Zinsbelastung. Die staatliche Unterstützung schränkt zudem die Handlungsfähigkeit des Konzerns ein. Die Rückzahlung aller Staatshilfen gilt als Voraussetzung für weitere Fusionen und Übernahmen unter Europas Fluggesellschaften. So lange die Unternehmen der Branche staatlich gestützt werden, sind ihnen Zusammenschlüsse untersagt. Die Krise habe in diesem Prozess quasi die Pause-Taste gedrückt, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der Ankündigung der Kapitalerhöhung im September.

Der weitere Fahrplan für den Ausstieg der Lufthansa aus den Staatshilfen sieht vor, dass der Konzern bis zum Jahresende den nicht in Anspruch genommener Teil der ersten Stillen Einlage kündigt. Bereits im Februar hatte die Airline einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von einer Milliarde Euro vorzeitig getilgt. Der WSF hatte seine Beteiligung Mitte August von 20 auf 14 Prozent gesenkt. Dabei hatte der staatliche Fonds sogar hohe Gewinne erzielt. Denn der Wert der Anteile hatte sich durch einen deutlichen Kurssprung der Lufthansa-Aktie seit dem Einstieg annähernd verdreifacht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Oktober 2021 um 06:30 Uhr.