Logo der Lufthansa am Leitwerk einer Maschine | AFP

Rettung in Corona-Krise Lufthansa zahlt deutsche Staatshilfen zurück

Stand: 12.11.2021 15:32 Uhr

In der Corona-Krise brach der Flugverkehr ein - und damit das Geschäft der Lufthansa. Mit Milliardenhilfen mehrerer Staaten wurde die Fluggesellschaft gerettet. Die deutschen Direkthilfen hat der Konzern nun zurückgezahlt.

Die Lufthansa hat die in der Corona-Krise gewährten direkten deutschen Staatshilfen vollständig zurückgezahlt. Am Freitag sei eine Milliarde Euro an den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesrepublik gegangen, nicht abgerufene Mittel seien zudem gekündigt worden, teilte die Lufthansa mit.

Staat weiterhin größter Anteilseigner

Die Lufthansa hatte in der Corona-Krise und dem damit einhergehenden Geschäftseinbruch mit der Bundesregierung und der EU-Kommission ein insgesamt neun Milliarden Euro schweres staatliches Rettungspaket ausgehandelt: Drei Milliarden Euro als Darlehen der staatlichen Förderbank KfW und sechs Milliarden Euro aus dem WSF. Der Konzern nahm davon nach eigenen Angaben rund 3,8 Milliarden Euro in Anspruch.

Darin enthalten sind rund 306 Millionen Euro, mit denen der staatliche WSF seine Aktienbeteiligung am Unternehmen aufbaute. Derzeit ist er mit gut 14 Prozent größter Anteilseigner der Lufthansa. Der Fonds will die Aktienanteile früheren Angaben zufolge frühestens in fünf Monaten verkaufen - spätestens aber bis Oktober 2023.

Der Konzern hatte bereits im Februar einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von einer Milliarde Euro vorzeitig getilgt. Im Oktober zahlte er 1,5 Milliarden Euro an den WSF, nun eine weitere Milliarde.

Nachfrage zieht wieder an

Die Rückzahlung ermöglicht hätten vor allem "die steigende Nachfrage nach Flugreisen, die schnelle Restrukturierung und Transformation" sowie "das Vertrauen der Kapitalmärkte in das Unternehmen", teilte Lufthansa mit. Der Konzern gab seit November 2020 mehrere Anleihen aus und lieh sich so Geld von Investoren; im Oktober gab die Airline zudem neue Aktien aus und sammelte so knapp 2,2 Milliarden Euro ein.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr bedankte sich nun bei Bundesregierung und Steuerzahlern und erklärte: "In der schwersten finanziellen Krise unserer Unternehmensgeschichte haben sie uns eine Zukunftsperspektive gegeben. Dadurch konnten wir mehr als 100.000 Arbeitsplätze erhalten." Gleichwohl hatte der Konzern weltweit in der Krise mehr als 30.000 Arbeitsplätze abgebaut.

Mit der Rückzahlung der Staatshilfen fallen für die Lufthansa unternehmerische Einschränkungen. Übernahmen und Dividendenzahlungen werden ebenso wieder möglich wie Boni-Zahlungen an Manager.

"Der Kranich hat wieder ordentlich Auftrieb"

Die Bundesregierung begrüßte die schnelle Rückzahlung der im Mai 2020 beschlossenen Staatshilfen. "Der Kranich hat wieder ordentlich Auftrieb", betonte Finanzminister Olaf Scholz (SPD). Es sei wichtig und richtig gewesen, dass der Staat dem Unternehmen durch die schwierige Zeit geholfen und damit tausende Arbeitsplätze abgesichert habe. Scholz ergänzte: "Und es war ein gutes Geschäft für die Staatskasse - denn wie es aussieht, wird der Staat am Ende seines Engagements ein Plus machen."

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte, die frühzeitige Rückzahlung zeige, dass die in der Corona-Pandemie eingesetzten Instrumente "wirken" und "die richtigen Anreize für eine rasche Rückkehr zur Selbständigkeit" setzen. Der WSF habe als Kriseninstrument funktioniert.

Neben dem Geld aus Deutschland hatte die Lufthansa auch von anderen Staaten Corona-Hilfen erhalten. Die Staatshilfen aus Österreich, Belgien und der Schweiz seien noch nicht zurückgezahlt, wie ein Lufthansa-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. November 2021 um 14:40 Uhr in der Wirtschaft.