Flugbegleiterin der Lufthansa  | picture alliance / SVEN SIMON

Betriebsvereinbarung geplant Lufthansa setzt auf geimpfte Crews

Stand: 25.08.2021 15:07 Uhr

Die Lufthansa will beim fliegenden Personal nur noch vollständig Geimpfte einsetzen. Statt auf eine Impfpflicht wie bei der Schweizer Tochter Swiss setzt die Airline dabei auf Betriebsvereinbarungen.

Eine Corona-Impfung soll für das Lufthansa-Personal künftig zur Voraussetzung für den Einsatz in der Luft gemacht werden. Man arbeite mit den Personalvertretungen an entsprechenden Vereinbarungen, erklärte eine Unternehmenssprecherin in Frankfurt. Eine vergleichbare Vereinbarung gebe es bereits zur Gelbfieberimpfung. Über die Verhandlungen mit den Personalvertretungen hatte zuerst das Portal "Aerotelegraph" berichtet.

Erst am Dienstag hatte die Lufthansa-Tochter Swiss eine Corona-Impfpflicht für ihre Besatzungen angekündigt. Ab dem 15. November müssen Crew-Mitglieder gemäß des "Covid-19-Impfobligatoriums" vollständig geimpft sein.

Keine gesetzliche Grundlage für Impfpflicht in Deutschland

Für eine solche Impfpflicht fehlt es in Deutschland der Lufthansa zufolge jedoch schlicht an einer gesetzlichen Grundlage. "In Deutschland kann es eine Impfpflicht nur durch den Gesetzgeber geben", erklärte ein Konzernsprecher.

Doch unabhängig von der juristischen Grundlage - Impfpflicht oder Betriebsvereinbarung - läuft es für das fliegende Personal im Ergebnis auf das Gleiche hinaus: Wer nicht geimpft ist, soll bei der Lufthansa künftig nicht mehr in der Luft eingesetzt werden.

Keine Impfpflicht für Passagiere geplant

Grundsätzlich sei ein internationaler Flugbetrieb ohne verpflichtende Corona-Impfung für Flugzeugbesatzungen künftig nicht darstellbar, erklärte die Lufthansa-Sprecherin. Hintergrund sind die weltweiten länderspezifischen Einreisebestimmungen, die zunehmend eine Impfpflicht auch für Crews verlangen. So fordert etwa Hong Kong ab September einen Impfnachweis.

Eine Erhebung, welcher Anteil der Crews heute schon geimpft ist, gebe es bei der Lufthansa bislang nicht, so das vom Staat gestützte Unternehmen. Es handle sich um sensible Daten. Der MDAX-Konzern betont, dass er nicht beabsichtigt, einen verbindlichen Impfnachweis für Flugpassagiere einzuführen. Auch dem nicht-fliegenden Personal soll eine Impfung nicht vorgeschrieben werden.

Impfpflicht auch bei Qantas

Zuletzt hatte bereits die australische Airline Qantas eine Corona-Impfpflicht für ihre Beschäftigten angekündigt. Nicht nur für Piloten und Flugbegleiter, sondern auch für das Bodenpersonal gilt dabei eine Frist bis 15. November; die restlichen Mitarbeiter bekommen bis Ende März 2022 Zeit. Ausnahmen werde es für Menschen geben, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, so das Unternehmen.

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 am 25. August 2021 um 19:00 Uhr.