Lockheed Martin F-35 Lightning II | picture alliance / ZUMAPRESS.com
Hintergrund

Kampfjet F-35 Hightech-Waffe und Wirtschaftsfaktor

Stand: 14.03.2022 18:11 Uhr

Die F-35 von Lockheed Martin gilt als modernstes Kampfflugzeug der Welt. Deutschlands Bestellung bei dem US-Rüstungskonzern dürfte einen Umfang von mehreren Milliarden Euro haben.

Bis zu 35 Jets des Typs F-35 Lightning II will Deutschland für seine Luftwaffe beschaffen, um damit seine in die Jahre gekommene Tornado-Flotte zu ersetzen. Damit setzte sich der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin gegen die Hersteller Boeing mit der F-18 und Airbus mit dem Eurofighter durch.

Zu den Beschaffungskosten wurden bisher keine Angaben gemacht. Sie dürften aber deutlich über vier Milliarden Euro liegen. Vor rund zwei Jahren hatte Polen 32 Exemplare für 4,6 Milliarden Dollar (umgerechnet 4,2 Milliarden Euro) gekauft.

Außer den USA haben bereits 14 weitere Länder den Tarnkappenjet, den es in drei Varianten gibt, in ihren Arsenalen. Deutschland setzt auf die F-35A, die auf regulären Start- und Landebahnen zum Einsatz kommt. Sie hat einen Einsatzradius von bis zu 1090 Kilometern und ist international am stärksten verbreitet.

Für Radar nur schwer zu entdecken

Die F-35 gilt als modernstes Kampfflugzeug der Welt. Wegen ihrer speziellen Form und Außenbeschichtung ist die Maschine für gegnerisches Radar nur schwer zu entdecken. Sie erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 1,6, also 1,6-fache Schallgeschwindigkeit oder fast 2000 Stundenkilometer. Kritiker monieren aber beispielsweise eine möglicherweise hohe Fehleranfälligkeit der Hightech-Systeme. Als Mehrzweckkampfflugzeug kann die F-35 mit den verschiedensten Bordwaffen ausgerüstet werden und auch Atombomben tragen.

Für die Beschaffung spielte laut Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht nicht zuletzt die Aufgabe der "Nuklearen Teilhabe" eine Rolle. Diese ist ein Abschreckungskonzept der NATO, bei dem Verbündete Zugriff auf US-Atombomben haben.

Größter Rüstungskonzern der Welt

Der US-Hersteller Lockheed Martin, der seinen Hauptsitz in Bethesda im Bundesstaat Maryland hat, ist seit 2004 wieder der größte Rüstungskonzern der Welt. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei 67 Milliarden Dollar. Die seit Anfang der 2000er-Jahre entwickelte F-35 ist ein wesentlicher Umsatzbringer für das Unternehmen und spielt eine entsprechend bedeutende Rolle für die amerikanische Wirtschaft.

Bisher hat Lockheed Martin weltweit über 770 Maschinen des Typs ausgeliefert. Nach Angaben des Konzerns arbeiten über 67.500 Beschäftigte bei Lockheed an dem F-35-Programm. Bei Einbeziehung der über 1800 Zulieferfirmen sichere das Programm landesweit mehr als 254.000 Jobs. Die volkswirtschaftliche Wertschöpfung liege bei mehr als 49 Milliarden Dollar pro Jahr.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. März 2022 um 17:00 Uhr.