Das LNG Tankschiff Avenir Ascension ist vor dem Hafen von Visby zu sehen. | picture alliance / Jörg Carsten

Absichtserklärung unterzeichnet Fahrplan für die LNG-Terminals steht

Stand: 16.08.2022 13:38 Uhr

Die Bundesregierung und die deutschen Gasimporteure haben die Belieferung der beiden geplanten LNG-Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel vereinbart. Habeck bezeichnete die Absichtserklärung als "Signal des Vertrauens".

Zum Jahreswechsel sollen die Terminals für Flüssigerdgas (LNG) an der Nordseeküste in Betrieb gehen. Damit die Gasversorgung mit dem importierten Erdgas auch schnell starten kann, hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck nun eine Absichtserklärung mit den Gasimporteuren unterzeichnet, die die Versorgung sicherstellen soll.

Bis März 2024 "voll ausgelastet"

Die geplanten Terminals in Wilhelmshaven und in Brunsbüttel verfügen über eine Leitungsanbindung um das importierte LNG in das deutsche Gasnetz einzuspeisen, wie Habeck in Berlin erklärte. Die Partnerfirmen Uniper, RWE, EnBW und die EnBW-Tochter VNG sorgen nach der Vereinbarung dafür, dass die von der Bundesregierung angemieteten LNG-Schiffe bis März 2024 "vollausgelastet" Gas zur Verfügung gestellt bekommen.

Die Firmen haben laut Habeck "Gasverträge mit etwa 20 Ländern". Sie hätten damit "am Weltmarkt jede Möglichkeit, Gas zu besorgen und haben das getan". Die Spezialschiffe würden so bereits ab diesem Winter voll ausgelastet. Laut Bundeswirtschaftsministerium können so 12,5 Milliarden Kubikmeter Gas aus Regionen bezogen werden, die durch Gasleitungen nicht zu erreichen sind. Uniper ist der Betreiber des Terminals in Wilhelmshaven. Das Terminal in Brunsbüttel wird von der German LNG Terminal GmbH betrieben.

Schwimmende Tanks für LNG

Die beiden sogenannten Floating Terminals sollen im Winter angeschlossen werden. Die schwimmenden Häfen sind im Kern Flüssiggastanker, die den Brennstoff aber selbst wieder in den gasförmigen Zustand versetzen können. Damit wird kein kompletter Hafen, sondern in erster Linie nur eine Verbindung vom Schiff zur Pipeline an Land benötigt. Die Regierung hat insgesamt vier der Spezialschiffe gemietet.

Damit die Terminals an der Nordseeküste noch im Winter in Betrieb gehen können, wurde eigens ein beschleunigtes Plan- und Genehmigungsverfahren durchgeführt.

Zwei weitere Terminals im niedersächsischen Stade und Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern können nach Angaben der Bundesregierung erst Ende 2023 den Betrieb aufnehmen. In Lubmin an der Ostsee soll außerdem ein fünftes Terminal durch ein privates Konsortium entstehen.

Abhängigkeit von russischem Gas verringern

Die Terminals sollen helfen, die Abhängigkeit von russischem Erdgas zu verringern. Laut Bundeswirtschaftsminister Habeck werde Deutschland dadurch "weniger erpressbar". Russland hatte die Lieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 immer wieder stark gedrosselt.

Zusammen mit den geplanten Einsparungen von rund 20 Prozent sollen die Terminals dafür sorgen, dass Deutschland ohne einen Gasengpass durch den kommenden Winter kommt.

Tankschiff "Artic Voyager" am LNG Terminal Rotterdam | picture alliance / dpa
Was ist LNG?

LNG (Liquefied Natural Gas) ist die Bezeichnung für Flüssigerdgas. Um LNG zu erhalten, wird Erdgas von Schwefel, Stickstoff und Kohlendioxid gereinigt und auf Temperaturen von bis zu minus 162°C abgekühlt. Dadurch wird der es verflüssigt. Dieser Prozess verringert das Volumen um das 600-fache, wodurch sehr große Mengen des verflüssigten Energieträgers gelagert und transportiert werden können. LNG ist farb- und geruchlos sowie nicht toxisch. Es kann überall dort verwendet werden, wo auch normales Erdgas eingesetzt wird. Dafür wird es wieder in einen gasförmigen Zustand gebracht.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. August 2022 um 13:30 Uhr.