Lieferando-Fahrer auf dem Fahrrad | AFP

Dienstrad und Smartphone Lieferando buhlt um Fahrer

Stand: 10.01.2022 13:43 Uhr

Der Essenslieferdienst Lieferando will die Arbeitsbedingungen für seine Fahrer verbessern, um für die Arbeitnehmer attraktiver zu werden - denn der Kampf um Personal bei Lieferdiensten ist groß.

Lieferando will für Kuriere attraktiver werden. Dafür stellt der Lieferdienst seinen Fahrern künftig ein Dienst-Fahrrad und ein Dienst-Smartphone inklusive Daten-Flatrate zur Verfügung. Außerdem bekommen die Lieferanten seit dem 1. Januar mehr Geld. Das teilte das Unternehmen heute mit.

Für die rund 10.000 Fahrer, die nach Unternehmensangaben deutschlandweit unterwegs sind, sollen sich so die Arbeitsbedingungen verbessern. Der Basislohn stieg bereits zu Beginn des Jahres von zehn Euro auf elf Euro. Das Unternehmen teilte mit, der Lohn von elf Euro pro Stunde werde unabhängig davon ausgezahlt, wie viel die Kuriere ausliefern, ob sie auf eine Bestellung warten, krankgeschrieben oder im Urlaub sind, wie Lieferando betonte. Hinzu kämen Liefer-Boni und Kilometerpauschalen, inklusive derer dann Verdienste von bis zu 18 Euro pro Stunde möglich sind.

"Kuriere leisten hervorragende Arbeit"

Außerdem können ab Februar alle Beschäftigten zwischen einem von Lieferando gestellten Fahrrad, einem Leasing-Rad oder dem eigenen Rad für die Kurierfahrten wählen. Die letzteren beiden Optionen kompensiere Lieferando nach eigenen Angaben durch eine lohnergänzende Kilometerpauschale. Die Leasing-Räder bezögen Fahrer zudem vergünstigt und inklusive Wartungsservice. Bislang gab es diese Möglichkeit für Fahrer nur in 15 deutschen Großstädten, präsent ist der Lieferdienst allerdings in rund 60 Städten.

"Unsere Kuriere leisten eine hervorragende Arbeit für unsere Restaurantpartner und Kunden. Wir unterstützen sie dabei mit einem einzigartigen Gesamtpaket aus einer unbefristeten Direktanstellung, erstklassigen Bezahlung und einzigartigen Ausrüstung", sagte Lieferando-Manager Alexander Linden. Man habe sich zum Ziel gesetzt, so den Branchenstandard zu erhöhen. Das Unternehmen stellt seine Kuriere seit 2016 regulär an und bietet nach eigenen Angaben seit November 2021 unbefristete Verträge.

Forderungen der Arbeitnehmervertreter nur teilweise erfüllt

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hatte im Sommer einen Stundenlohn von mindestens 15 Euro für Lieferando-Beschäftigte gefordert. Zusätzlich verlangt sie die Zahlung eines 13. Monatsgehalts, Zuschläge für Schichten am Abend, an Sonn- und Feiertagen, sechs Wochen Urlaubsanspruch und die volle Bezahlung der letzten Fahrt zurück an den Wohnort.

Die jetzt angekündigten verbesserten Arbeitsbedingungen bei Lieferando kommen nicht von ungefähr: Die Branche der Essens- und Lebensmittellieferdienste boomt. Fahrerinnen und Fahrer sind für die Unternehmen zunehmend schwer zu finden.