Windkrafträder stehen neben rauchenden Schornsteinen eines Steinkohlekraftwerks. | picture alliance / imageBROKER

Klimaschutz-Rangliste Lob nur für wenige Firmen

Stand: 07.12.2021 12:23 Uhr

Das "Carbon Disclosure Project" wertet aus, wie stark sich Unternehmen weltweit um den Klimaschutz bemühen. In der aktuellen Rangliste tauchen insgesamt 14 deutsche Firmen weiter vorne auf.

Die Umweltberichte von insgesamt 12.000 Firmen weltweit hat das Londoner Carbon Disclosure Project (CDP) für seine globale Klimaschutz-Rangliste ausgewertet. Doch weiterhin bescheinigen die Experten nur einer kleinen Zahl von Unternehmen, sich aktiv um den Schutz des Weltklimas zu bemühen.

Ob klimaschonendes Wirtschaften, Schutz der Wälder und der Wasserreserven - nur sehr wenige der zahlreichen Unternehmen, die das CDP abgeklopft hat, erfüllen alle oder auch nur eines oder zwei dieser drei Kriterien. Unter ihnen ist nur eine deutsche Firma, die das Projekt in allen drei Bereichen zu den klimaschonendsten der Welt zählt: der Aromenhersteller Symrise mit Sitz im niedersächsischen Holzminden.

Nur 272 von 12.000 Unternehmen mit einer Bestnote

Auf dieser Top-Liste von 14 Unternehmen sind etwa auch der niederländische Konsumgüterkonzern Unilever, der Elektronikhersteller HP oder der österreichische Holzverarbeiter Lenzing vertreten. Auch der Tabakkonzern Philip Morris International bemüht sich um ressourcenschonendes Wirtschaften in allen drei Kategorien, obwohl das Unternehmen in vielen Nachhaltigkeits-Rankings wegen seiner Produkte nicht enthalten sein dürfte.

In dem Klimaschutz-Rangliste finden sich nur 272 Unternehmen, die in mindestens einem der drei Kategorien die Bestnote A erreicht haben - das entspricht einer Quote von nur zwei Prozent. Um diese Bewertung zu erhalten, müssen Unternehmen unter anderem schlüssig nachweisen, dass sie direkt und indirekt verursachte klimaschädliche Emissionen reduzieren und ihre Klimaschutzpläne wissenschaftlicher Prüfung standhalten.

Beim Kriterium Klimaschutz schafften dies weltweit 200 Unternehmen, dem Schutz der Wälder haben sich explizit nur 24 der Firmen verschrieben, beim schonenden Umgang mit der Ressource Wasser erhielten 118 Unternehmen die Top-Note.

Mehr als die Hälfte der Firmen schneiden schlecht ab

58 Prozent der Unternehmen wurden hingegen mit den schlechtesten Noten - also C oder D - bewertet. "Unternehmen, die ihre Umweltauswirkungen nicht offenlegen und nicht entsprechend handeln, gefährden sowohl den Planeten als auch sich selbst", sagte der Europaverantwortliche des CDP, Maxfield Weiss. "Wenn sie so weitermachen wie bisher, stehen sie auf der falschen Seite der öffentlichen Meinung, der Regulierung und der Kapitalmärkte."

Neben Symrise gehören zu den Unternehmen auf der CDP-Liste der aktivsten Klimaschützer weitere 13 deutsche: unter anderem die Deutsche Bahn, die Deutsche Telekom und der Softwarekonzern SAP. Auch der Stahlhersteller Thyssenkrupp, HeidelbergCement, der Pharmakonzern Bayer, der Energieriese Eon und der Autokonzern Volkswagen gehören dazu. Außerdem tauchen der Nivea-Hersteller Beiersdorf, der Autozulieferer Bosch, der Mischkonzern Gea, der Windkraft-Spezialist Siemens Gamesa und der Industriegase-Hersteller Linde auf dieser Liste auf.

Ölmultis und Warren Buffett ohne Umweltberichte

Die Zahl der "A-Unternehmen" in der CDP-Rangliste ist im Jahresvergleich um 40 Prozent von 280 auf 200 gesunken. Das liegt auch daran, dass die Vorgaben des Projekts strenger geworden sind. Die Organisation hat zudem prominente Firmen aufgelistet, die gar keine Umweltberichte vorlegen. Dazu gehören etwa die US-Ölkonzerne Chevron und ExxonMobil, der Bergbau-Konzern Glencore, aber auch auch die Beteiligungsgesellschaft des US-Starinvestors Warren Buffett, Berkshire Hathaway.