Abgase kommen aus dem Auspuff eines Autos. | dpa

Konzerne und Staaten verpflichten sich Allianz für Ende des Verbrennungsmotors

Stand: 10.11.2021 16:01 Uhr

Auf der Weltklimakonferenz haben sich Autokonzerne, Staaten und Metropolen auf ein Ende der Verbrennungsmotoren bis 2040 festgelegt. Mehrere führende Hersteller sind allerdings nicht dabei - und auch Deutschland fehlt.

Eine Gruppe von Autokonzernen, Regierungen und Städten hat sich zu einem Abschied vom Verbrennungsmotor bis spätestens 2040 verpflichtet. Das geht aus eine Erklärung hervor, die heute auf der Weltklimakonferenz in Glasgow veröffentlicht wurde. Die beteiligten Regierungen wollten "darauf hinarbeiten, dass alle Verkäufe von neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 2040 weltweit und in den führenden Märkten bis spätestens 2035 emissionsfrei sind", teilte der britische Gastgeber des Klimagipfels mit.

Bislang haben sich mehr als 30 Staaten der Initiative angeschlossen, darunter Indien, Kanada, Mexiko, Großbritannien, Österreich, Dänemark, Schweden und die Türkei. Zu den Unterzeichnern aus der Autoindustrie gehören Mercedes-Benz, der schwedische Hersteller Volvo, das chinesische Unternehmen BYD und Jaguar Land Rover, eine Einheit der indischen Tata Motors, sowie die US-Autobauer Ford und General Motors. Die beiden amerikanischen Konzerne sind beim Absatz die Nummer fünf beziehungsweise drei auf dem weltweiten Automarkt. Auch Flottenbetreiber wie Siemens, Unilever oder E.on unterstützen die Allianz, ebenso wie Investoren und zahlreiche Städte und Regionen.

VW, BMW, Toyota und Stellantis nicht dabei

GM erklärte, der Konzern sei "stolz darauf, nun an der Seite anderer Unternehmen, Regierungen und Organisationen zu stehen und sich zu verpflichten, auf einen Übergang zu 100-prozentig emissionsfreien Fahrzeugen hinzuarbeiten". "Um erfolgreich zu sein, müssen alle zusammenarbeiten", hieß es von Ford. Volvo hatte sich zuvor bereits dazu verpflichtet, bis 2030 vollständig auf Elektrofahrzeuge umzustellen.

Die beiden weltweit führenden Automobilhersteller Volkswagen und Toyota haben die Verpflichtung nicht unterzeichnet - ebenso wie der weltweit viertgrößte Automobilhersteller Stellantis (unter anderem mit den Marken Citroen, Fiat, Opel und Peugeot). Auch die japanischen Automobilhersteller Honda und Nissan sowie das koreanische Unternehmen Hyundai und der deutsche Autobauer BMW wollten sich der Initiative nicht anschließen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sind die Unternehmen skeptisch, weil sie sich zu einem kostspieligen Technologiewechsel verpflichten sollten, es aber keine ähnliche Festlegung der Regierungen zum Bau der notwendigen Lade- und Netzinfrastruktur gebe.

Minister Scheuer für Antriebe mit synthetischen Kraftstoffen

Unter den Unterzeichner-Staaten fehlen die wichtigen Automärkte China, die USA und Deutschland. Aus dem Bundesumweltministerium hieß es, dass es dazu noch keine endgültige Entscheidung der Bundesregierung gebe. Der geschäftsführende Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte dem Vorstoß zuvor eine Absage erteilt.

"Der fossile Verbrenner wird 2035 auslaufen. Die Verbrennertechnologie wird aber weiterhin gebraucht", sagte Scheuer vor Journalisten. "Wir wollen sie mit synthetischen Kraftstoffen klimaneutral machen und die Vorteile der Technologie erhalten." Die geplante Erklärung berücksichtige den Antrieb mit synthetischen Kraftstoffen nicht. Deshalb sei sein Ministerium und die amtierende Bundesregierung dagegen.

Greenpeace-Chef Martin Kaiser kritisierte Deutschlands Zurückhaltung. "Es wäre megapeinlich, wenn Deutschland nicht dabei wäre", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Eine solche Erklärung sei überfällig.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. November 2021 um 12:00 Uhr.

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Moderation 10.11.2021 • 14:44 Uhr

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