Szene aus dem Film "Dune". | picture alliance/dpa/Warner Bros

Filmjahr 2021 Die Leinwand-Hits sind zurück

Stand: 20.12.2021 08:14 Uhr

Nach dem Pandemie-Schock hat die Filmwirtschaft in diesem Jahr wieder Publikumshits in die Kinos gebracht. Doch bei mancher Produktion fällt die finanzielle Bilanz ernüchternd aus.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Wäre 2021 ein Kinofilm, man könnte ihn "Die Rückkehr der Blockbuster" nennen. Nach einer langen Covid-bedingten Durststrecke trauten sich viele Filmstudios nämlich, ihre lange zurückgehaltenen millionenschweren Actionfilme auf die große Leinwand zu bringen: beispielsweise die "Fast-and-Furious"-Fortsetzung "F9" oder "Godzilla vs. Kong". Disney gelang mit dem Marvel-Superheldenfilm "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" ein Überraschungserfolg. Allein in den USA spielte der Film rund 225 Millionen US-Dollar ein, weltweit waren es rund 430 Millionen Dollar.

Katharina Wilhelm ARD-Studio Los Angeles

Große Hollywoodfilme wichtiger Faktor

Vor allem 2020 hatten die Kinos unter der Pandemie gelitten, weil sie geschlossen waren oder mit geringer Kapazität operieren mussten. In diesem Jahr konnten sie sich etwas erholen. Und die großen Hollywoodfilme seien ein wichtiger Faktor gewesen, damit es an den Kinokassen wieder klingelte, sagt Lucas Shaw, Filmwirtschaftsexperte bei Bloomberg: "Wenn man daran glaubt, dass Kinos weiter existieren werden, dann wird es auch Blockbuster weiter geben, denn wegen denen geht man ins Kino." Doch Voraussetzung für den Erfolg ist, dass die Lichtspielhäuser in vielen Ländern offen haben.

Die Konkurrenz kommt wieder einmal aus China

Eine wesentliche Rolle spielt für Hollywood der chinesische Kinomarkt, der allerdings viele eigene erfolgreiche Produktionen vorzuweisen hat. So dominiert China weltweit beim Einspielergebnis an Platz eins und zwei mit eigenen Produktionen - erst an dritter Stelle kommt mit "James Bond - Keine Zeit zu sterben", eine Produktion aus USA und Großbritannien.

Knapp über 770 Millionen US-Dollar konnte 007 einfahren. Auch wenn es nach viel klingt - überwältigend sei das nicht, meint Shaw: "Auch wenn sie 600, 700, 800 Millionen einnehmen, das ist nicht viel Geld für Filme, die so viel Geld kosten. In einem normalen Jahr bringen solche Filme eher mal eine Milliarde ein."

 

Daniel Craig als James Bond und Blofeld (Christoph Waltz) in einer Szene des Films "James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben" . | picture alliance/dpa/Universal P

Daniel Craig als James Bond und Christoph Waltz als Blofeld in "James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben" . Bild: picture alliance/dpa/Universal P

Start mehrfach verschoben

Ein Film wie der neue James Bond kostet mehr als 250 Millionen Dollar in der Produktion, dazu kommen mehr als 100 Millionen Dollar an PR-Kosten. Und dann wurde der Film wegen der Pandemie mehrfach verschoben - von Frühjahr 2020 auf den Herbst 2020 und dann nochmal um ein ganzes Jahr. Hollywood-Insider glauben, dass der Film deswegen letztlich Millionenverluste gemacht hat.

Große Studios wie Disney und Warner Bros. änderten wegen Corona ihr Konzept und veröffentlichten einige Filme gleichzeitig oder gegen einen Aufpreis auf ihren eigenen Streaming-Plattformen, beispielsweise den Marvel-Film "Black Widow". In Hollywood gab es Widerstand - nicht nur, weil man das große Kinosterben fürchtete, wenn Filme nicht mehr mehrere Wochen nur im Lichtspielhaus zu sehen sind.

Schauspielerin Scarlett Johansson, die die Hauptrolle in "Black Widow" spielte, klagte gegen Disney, weil ihrer Meinung nach die Veröffentlichung im Kino und auf Disney+ nicht in ihrem Vertrag festgehalten wurden. Schließlich einigten sich Disney und Johansson außergerichtlich. Möglicherweise rudern auch wegen solcher Klagen die Studios wieder etwas zurück.

Hoffen auf ein starkes Kino-Jahr 2022

Wirtschaftsjournalist Shaw glaubt, dass 2022 wieder mehr Filme zuerst im Kino gezeigt werden. "Im neuen Jahr soll es losgehen - viele große Studios haben gesagt, dass sie exklusive Kinozeitfenster haben werden, 30 der 45 Tage", sagt er. "Keine Frage, die Studios wollen ein Stück weit dahin zurück, die Fenster werden nur kürzer werden."

Einige Studios scheinen auch auf das Ende der Pandemie zu warten, um endlich wieder große, weltweite Premieren feiern zu können. Der Start von "Top Gun Maverick" mit Tom Cruise oder "Jurassic World: Dominion" stehen beispielsweise aus. Wäre, um im Bild zu bleiben, 2022 ein Kinofilm, würde er vielleicht heißen "Die Rückkehr der Blockbuster - jetzt aber richtig".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 18. Dezember 2021 um 14:30 Uhr.