Ein Transportschiff für verflüssigtes Erdgas wird in Katar beladen | AP

Flüssigerdgas Katar liefert LNG an China

Stand: 21.11.2022 15:39 Uhr

Der chinesische Staatskonzern Sinopec hat sich langfristigen Zugriff auf fossile Energiequellen gesichert. Die Volksrepublik schließt mit Katar einen milliardenschweren Gasliefervertrag über 27 Jahre ab.

Das Golfemirat Katar hat mit China einen langjährigen Gasliefervertrag geschlossen. Das staatliche Unternehmen Qatar Energy werde jährlich vier Millionen Tonnen Flüssigerdgas (LNG) in die Volksrepublik liefern, teilte der Konzern heute mit.

Der Vertrag läuft über 27 Jahre und ist damit laut Energieminister und Qatar-Energy-Chef Saad Scherida Al-Kaabi der am längsten laufende Vertrag in der Geschichte der LNG-Industrie. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg geht es bei der Vereinbarung um mehr als 60 Milliarden Dollar.   

Das Gas soll aus dem östlichen Teil des Erdgasfelds North Field vor der Küste des Landes kommen und an den chinesischen Konzern Sinopec gehen. Sinopec erklärte, der Konzern wolle zudem einen Anteil am südlichen North Field übernehmen. Die westlichen Energiekonzerne Shell, TotalEnergies und ConocoPhillips halten daran bislang einen Anteil von 25 Prozent. North Field ist ein Teil des South-Pars-Felds, das als größtes Erdgasfeld der Welt gilt. Es wird von Katar gemeinsam mit dem Iran beansprucht.

LNG als Übergangslösung

Katar gehört weltweit zu den größten Exporteuren von LNG und will die Produktion bis 2027 um 60 Prozent steigern. Dann will das Land 126 Millionen Tonnen jährlich herstellen. Hauptabnehmer sind China, Japan und Südkorea.

Seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine fragen auch Deutschland und andere europäische Länder verstärkt LNG nach. Europa ist derzeit dringend auf der Suche nach Alternativen zu den russischen Gaslieferungen. Russisches Gas machte vor dem Krieg rund 40 Prozent der europäischen Importe aus.

Kaabi sagte, dass derzeit noch mit weiteren möglichen Käufern aus China und Europa verhandelt werde. Solche langfristige Verträge wie China wollen europäische Staaten aber nicht abschließen, weil LNG hier lediglich als Übergangs-Energiequelle dienen soll. 

Ursprünglich hatte sich auch Deutschland Hoffnungen auf kurzfristige LNG-Lieferungen aus Katar gemacht. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck reiste daher im März in die Golf-Region und traf mit dem Energieminister von Katar zusammen. In einer Absichtserklärung nahmen sich beide Seiten eine tiefere Energie-Zusammenarbeit vor. Zu Lieferverträgen mit deutschen Energiekonzernen ist es aber bislang nicht gekommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. November 2022 um 13:00 Uhr in den Nachrichten.