Blick auf den Eingang eines Karstadt-Warenhauses | AFP

Pläne des Warenhauskonzerns Verschwinden die Namen Karstadt und Kaufhof?

Stand: 26.07.2021 10:29 Uhr

Um die Corona-Folgen zu bewältigen, will sich der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof neu aufstellen - das kündigt der Unternehmenschef in einem Interview an. Die Traditionsnamen Karstadt und Kaufhof haben offenbar keine Zukunft.

Der Vorstandschef des von der Corona-Krise stark getroffenen Warenhauskonzerns, Miguel Müllenbach, hat einen Neustart seines Unternehmens im Herbst angekündigt. "Wir werden uns Ende Oktober mit unserem Konzept Galeria 2.0 strategisch neu aufstellen", sagte Müllenbach dem "Handelsblatt".

Die Investitionen für die Neuaufstellung veranschlagt Müllenbach mittelfristig auf etwa 600 Millionen Euro. Künftig werde es drei Typen von Warenhäusern geben: "Weltstadthaus", "regionaler Magnet" und "lokales Forum". Bis zu 60 der 131 Häuser sollen komplett umgebaut werden, der Rest zumindest teilweise. Dabei sollen Verkaufsflächen zu Gunsten von Serviceangeboten verschwinden, wie etwa E-Bike-Stationen oder Paketschalter. Die Angebote sollen über eine App vernetzt werden, über die Kundinnen und Kunden auch Angebote von Warenhaus-Partnern buchen können. 

Auftritt unter dem Namen Galeria?

Die Traditionsmarken Karstadt und Kaufhof spielen in dem neuen Konzept offenbar keine Rolle mehr. "Wir wollen nach vorne ein Unternehmen mit einer Marke sein", sagte Müllenbach dem "Handelsblatt". Dem Wirtschaftsblatt zufolge dürfte es auf einen Auftritt unter dem Namen Galeria hinauslaufen, denn der Webshop heißt heute schon Galeria.de.

Der Konzern habe durch die Schließungen in der Pandemie mindestens 1,8 Milliarden Euro an Umsatz verloren, so der Galeria-Chef. Deshalb verhandle das Unternehmen zurzeit mit dem Staat über einen zweiten Kredit. Der Lockdown sei durch den ersten Kredit in Höhe von 460 Millionen Euro überwunden worden. Aber es sei ungewiss, wie schnell die Umsätze zurückkommen, sagte Müllenbach.

Pilotfilialen in drei Städten

Im Oktober will der Warenhauskonzern sein neues Konzept mit drei komplett umgebauten Pilotfilialen in Frankfurt, Kassel und Kleve und einem neuen Onlineauftritt vorstellen.

Im November 2018 entstand die Kooperation der damals eigenständigen Unternehmen Galeria Kaufhof und Karstadt Warenhaus GmbH. Im Januar 2020 verschmolzen die Unternehmen zur Galeria Karstadt Kaufhof GmbH. Der Warenhauskonzern gehört der vom österreichischen Milliardär René Benko gegründeten Signa-Holding.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Juli 2021 um 12:00 Uhr.