Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S | dpa

Vorläufige Einschätzung Prüfer zweifeln weiter an K+S-Bilanz

Stand: 11.11.2021 15:45 Uhr

Keine Entwarnung für den Salz- und Düngemittelhersteller K+S: Die von der Finanzaufsicht BaFin beauftragten Prüfer wollen die Bilanzprüfung des Konzerns fortsetzen, weil sie laut einer vorläufigen Einschätzung vor allem einen Punkt kritisch sehen.

Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S kann die Überprüfung seiner Bilanz durch deutsche Finanzaufseher noch nicht abhaken. In einer vorläufigen Einschätzung habe sich die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR), die mit der Untersuchung von der Finanzaufsicht BaFin zu Jahresbeginn beauftragt worden war, kritisch geäußert, teilte K+S mit.

Die Aufsichtsbehörde hatte konkrete Anhaltspunkte gesehen, dass das Unternehmen den bilanziellen Wert der Einheit Kali- und Magnesiumprodukte zu hoch bemessen haben könnte und eine Wertminderung bereits früher hätte erfolgen müssen. Dabei geht es um die Abschlüsse für das Jahr 2019 und das erste Halbjahr 2020. Die als eine Art Bilanzpolizei fungierende DPR hat laut K+S in seiner vorläufigen Einschätzung nun bemängelt, dass das Unternehmen die Werthaltigkeit seiner Einheit Kali- und Magnesiumprodukte nicht sachgerecht ermittelt habe.

K+S weißt Vorwürfe zurück

Das Unternehmen wies die Vorwürfe, auch unter Einbeziehung einer Analyse durch externe Prüfer, als unbegründet zurück. Bereits früher hatte das Unternehmen auf ein uneingeschränktes Testat der Wirtschaftsprüfer von Deloitte für den Abschluss verwiesen.

Die MDAX notierten Aktien brachen trotz der Konzernaussagen im elektronischen Handelssystem Xetra um bis zu zwölf Prozent auf 13,41 Euro ein und waren damit der mit Abstand größte Verlierer im Index für die mittelgroßen Werte. Im Handelsverlauf konnte das Papier einen Teil der Verluste wieder gutmachen.

Die Wertberichtigungen waren angefallen, da sich das Unternehmen bei der langfristigen Entwicklung der Kalipreise verschätzt hatte. Das brockte K+S 2020 einen Verlust von rund 1,8 Milliarden Euro ein. Inzwischen ist K+S wegen gestiegener Kalipreise wieder deutlich optimistischer für das Geschäft gestimmt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk bereits am 18. Februar 2021 um 17:16 Uhr.