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US-Hersteller Intel Fehlende Bauteile belasten auch Chipkonzern

Stand: 22.10.2021 11:06 Uhr

Der Halbleiter-Konzern Intel bekommt wie so viele in der Industrie den momentanen Chipmangel zu spüren. Weil andere Bauteile fehlen, bestellen Computer-Hersteller weniger bei dem US-Unternehmen.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio San Francisco

Intel hat im abgelaufenen Quartal enttäuscht und die Umsatzerwartung verfehlt. Für das abgelaufene dritte Quartal gab der US-Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss einen Umsatz von 18,1 Milliarden Dollar bekannt, ein Anstieg von fünf Prozent. Analysten hatten jedoch mit 18,24 Milliarden gerechnet.

Für das laufende Quartal rechnet Intel nun mit einem Umsatz von 18,3 Milliarden Dollar - etwas mehr als von Analysten erwartet. Der Nettogewinn betrug sieben Milliarden Dollar im dritten Quartal, ein Anstieg von 54 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Absatz von Notebook-Chips eingebrochen

Auch Intel bekommt den Chipmangel zu spüren. Denn den Herstellern von Computern fehlen Bauteile - Ethernetkarten zum Beispiel, um Rechner an Netzwerke anzuschließen oder Leistungscontroller für die sogenannten Mainboards.  Diese Verknappung schlägt jetzt auf Intel zurück, weil die PC-Hersteller weniger Prozessoren, CPUs, bei dem Silicon Valley Unternehmen bestellen.

Intel Chef Pat Gelsinger sagte, vor allem der Absatz von Chips für Notebooks sei um gut zehn Prozent eingebrochen. Betroffen ist Intel auch beim lukrativen Servergeschäft. Grund ist das harte Vorgehen der chinesischen Behörden gegen Videospiele. Diese sind seit wenigen Monaten für Kinder in China zeitlich begrenzt. Deshalb werden weniger Spiele-Server gebaut, die in Rechenzentren stehen und für die Intel die CPUs liefert.

Entscheidung über deutsche Fabrik bis Jahresende?

Der US-Chipkonzern kündigte an, mit Autoherstellern zusammenzuarbeiten, die besonders vom Halbleitermangel betroffen. Dafür sollen die Fertigungskapazitäten in Irland ausgeweitet werden. Der große Masterplan bleibt weiter bestehen: Intel will noch stärker in die Auftragsfertigung einsteigen und damit Unternehmen wie Samsung oder TSMC in Asien nicht alleine diesen Markt überlassen. 

Allerdings muss Intel dafür seine Kapazitäten ausbauen. Eventuell könnte es eine milliardenschwere Fabrik in Deutschland bauen. Eine Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 22. Oktober 2021 um 08:42 Uhr.