Roboter sitzt zum Aufladen in einer Ecke | picture alliance / dpa

Pandemiefolgen Corona bremst Innovationsausgaben

Stand: 01.02.2022 10:39 Uhr

Zum ersten Mal seit zehn Jahren fahren deutsche Unternehmen ihre Ausgaben für Forschung und Innovation zurück. Besonders schwer betroffen sind einer Studie zufolge Deutschlands High-Tech-Branchen.

Die deutsche Wirtschaft hat 2020, also im ersten Jahr der Corona-Krise, ihre Innovationsausgaben um 3,6 Prozent auf 170,5 Milliarden Euro reduziert. Das ist das Ergebnis der Innovationserhebung 2021, für die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Jahr 2021 die Unternehmen in Deutschland befragt hat. Damit seien die Ausgaben erstmals seit zehn Jahren wieder gesunken.

Zwölf Prozent der Unternehmen haben laut ZEW im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie gänzlich auf die Durchführung von Innovationsaktivitäten verzichtet. Vor allem klassische High-Tech-Branchen wie die Elektroindustrie, der Maschinenbau und die Metallindustrie hätten drastisch gespart. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die den größten Teil der Investitionen ausmachen, sind laut Studie dabei sogar um 6,3 Prozent zurückgegangen.

Deutschland landet im europäischen Vergleich damit auf dem vorletzten Platz. In keinem anderen europäischen Land seien die Investitionsausgaben dermaßen stark reduziert worden wie in Deutschland und Schlusslicht Italien.

Vor allem Großunternehmen betroffen

"Der Innovationsstandort Deutschland wurde durch Corona in vielen Bereichen ausgebremst. Viele Unternehmen konnten ihre Innovationsvorhaben nicht in geplantem Umfang umsetzen, sie wurden verschoben oder zeitlich gestreckt", erklärt Achim Wambach, der Präsident des ZEW. Besonders stark gingen danach die Ausgaben für neue oder verbesserte Maschinen und Anlagen zurück: Sie wurden um zehn Prozent gekürzt.

Der Rückgang der Ausgaben betreffe in erster Linie die Großunternehmen. Die Planzahlen für 2021 und 2022 zeigen nach Ansicht des ZEW jedoch, dass der Rückgang bald wettgemacht werden dürfte. Für das Jahr 2021 ist danach mit einem Anstieg der Innovationsausgaben um 2,1 Prozent auf 174,1 Milliarden Euro zu rechnen. Im laufenden Jahr 2022 könnten die Ausgaben um weitere 1,2 Prozent auf 176,1 Milliarden Euro ansteigen.

Kleine und mittlere Unternehmen hätten im ersten Pandemiejahr ihre Ausgaben für Innovationen in Summe stabil halten können. Für 2022 planten sie im Gegensatz zu Großunternehmen mit sinkenden Innovationsbudgets.