Coronavirus Impfstoff von Moderna. | picture alliance / empics

Großbritannien Grünes Licht für Omikron-Impfstoff

Stand: 15.08.2022 15:54 Uhr

Als erstes Land hat Großbritannien den an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoff von Moderna zugelassen. In Deutschland könnte es bald eine Empfehlung für die vierte Impfung ab 60 geben.

Die britische Arzneimittelbehörde hat grünes Licht für den an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoff von Moderna gegeben. Das Vakzin des US-Biotechnologieunternehmens könne als Auffrischungsimpfung (also Booster) von Erwachsenen eingesetzt werden, gab die Behörde MHRA bekannt.

"Ein schärferes Instrument"

Eine klinische Studie habe ergeben, dass der Impfstoff eine starke Immunreaktion sowohl gegen den ursprünglichen Virusstamm als auch gegen die Omikron-Variante auslöse, erklärte MHRA-Chefin June Raine. Die erste Generation der Covid-Impfstoffe biete guten Schutz gegen die Krankheit und rette Leben, so Raine. "Dieser bivalente Impfstoff ist ein schärferes Instrument, das uns hilft, uns gegen diese Krankheit zu schützen."

Die bislang verfügbaren Impfstoffe zielen überwiegend auf frühere Stämme des Coronavirus ab. Der Moderna-Impfstoff mit dem Namen "Spikevax bivalent Original/Omicron" richtet sich sowohl gegen den ursprünglichen, erstmals 2020 aufgetretenen Coronavirus-Stamm als auch gegen die Omikron-Variante BA.1. Auch für die Subtypen BA.4 und BA.5 der Omikron-Variante seien "gute" Ergebnisse" erzielt worden, teilte die MHRA mit.

Der angepasste Moderna-Impfstoff wird derzeit auch von der EU-Arzneimittelbehörde EMA geprüft. Auch das Prüfverfahren für ein angepasstes Vakzin der Hersteller BioNTech und Pfizer läuft. Dessen Zulassung ist für Herbst angestrebt.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte im Juli vor dem Hintergrund der sich rasch ausbreitenden Omikron-Subtypen gewarnt, die Pandemie sei "alles andere als vorbei". 

Vierte Impfung bislang nur ab 70 empfohlen

Die "Bild"-Zeitung berichtet unterdessen, die Ständige Impfkommission (STIKO) wolle allen Menschen zwischen 60 und 69 Jahren die vierte Corona-Impfung empfehlen. Bedingung sei, dass die erste Auffrischungsimpfung oder die letzte Corona-Infektion mindestens sechs Monate zurückliegen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf einen Beschlussentwurf der STIKO. Nur in begründeten Einzelfällen könne der Abstand auf vier Monate reduziert werden.

Bislang empfiehlt die STIKO die vierte Impfung nur für Menschen ab 70 oder Risikopatienten. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte den "zweiten Booster" auch für Menschen unter 60 ins Gespräch gebracht.