Auf der Einkaufsstraße und Fußgängerzone Ossenreyer Straße sind zahlreiche Passanten unterwegs. (Archivbild: 14.05.2021) | picture alliance/dpa

Corona-Folge in Metropolen Mieten im Einzelhandel brechen ein

Stand: 10.11.2021 11:06 Uhr

Bei neuen Verträgen sind die Mietpreise für Ladenflächen im Einzelhandel während der Corona-Krise deutlich gesunken. Der Rückgang zeigt sich besonders in Großstädten wie München, Berlin und Köln.

Während der Corona-Krise sind die Mietpreise in neuen Verträgen für kleine Läden in München um 27 Prozent eingebrochen. Damit zeigen sich die Auswirkungen der Pandemie auf Einzelhandelsmieten am deutlichsten in der bayerischen Landeshauptstadt, wie aus einer Studie des Immobilienverbands IVD hervorgeht. Auch in anderen Metropolen Deutschlands wurde demnach ein starker Rückgang der Mieten registriert. In den sieben größten deutschen Städten - Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf - sanken sie laut IVD im Schnitt um fast 13 Prozent. "Je höher die Mieten waren, desto stärker sind die Preise gefallen", bewertet der IVD-Präsident Jürgen Schick die Entwicklung.

Stärkster Konkurrent ist der Online-Handel

In kleineren und mittelgroßen Städten gingen die Einzelhandelsmieten dagegen deutlich weniger zurück, wie die Studie zeigt. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020, welches von der Pandemie nur teilweise betroffen war, sanken die Preise im ersten Halbjahr 2021 nur um rund ein bis fünf Prozent. Da die Mieten in kleineren Städten ohnehin niedriger gewesen seien, habe man dort weniger Spielraum für Korrekturen, sagte der IVD-Präsident der Nachrichtenagentur dpa.

Er nennt vor allem den Trend zum Einkaufen im Internet als Grund für die sinkenden Preise: Zwar seien die Auswirkungen je nach Region unterschiedlich. Die Entwicklung habe aber alle Städte erfasst. Die Lage des stationären Einzelhandels, der schon vor der Pandemie mit einem immer stärker werdenden Online-Handel konkurrieren musste, habe sich in den vergangenen Monaten noch verschärft.

Büromieten bleiben stabil

Neben den gesunkenen Preisen gibt es einen Trend zu kürzeren Mietverträgen und kleineren Ladenflächen. Außerdem habe sich die Zahl der leer stehenden Ladenflächen um ein Drittel erhöht: Laut IVD lag die Leerstandsquote zuletzt bei rund 20 Prozent. Der Verband fordert von der Politik, das Baurecht zu vereinfachen, damit sich Handelsimmobilien leichter in Wohnungen oder Büros umwandeln ließen.

Anders als im Einzelhandel sind die Mietpreise für Büroräume deutschlandweit nahezu stabil. Trotz der Entwicklung hin zu mehr Homeoffice sanken die Mieten im Jahresvergleich um weniger als ein Prozent, wie aus der Studie des IVD hervorgeht. Während in den größten sieben deutschen Städten Rückgänge von mehr als einem Prozent verzeichnet wurden, gab es in Klein- und Mittelstädten demnach sogar leichte Mieterhöhungen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 03. August 2021 um 18:20 Uhr.