Die Ruine eines eingestürzten Hauses in Erftstadt. | AFP

Hochwasserschäden Versicherer rechnen mit Kosten in Milliardenhöhe

Stand: 21.07.2021 15:34 Uhr

Die Prüfungen sind noch nicht abgeschlossen, aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Hochwasser Versicherungsschäden in Höhe von bis zu fünf Milliarden Euro verursacht haben - allein in NRW und Rheinland-Pfalz.

Die Versicherungsschäden nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gehen in die Milliarden. "Wir rechnen momentan mit versicherten Schäden in Höhe von vier bis fünf Milliarden Euro", teilte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen, mit.

Bayern und Sachsen noch nicht enthalten

Das seien erste vorläufige Schätzungen und sie beträfen nur die Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Schäden in Sachsen und Bayern sind demnach noch nicht in den Schätzungen enthalten.

Für die Versicherungen zeichnet sich damit das schadensträchtigste Jahr seit 2002 ab. "Die Schäden dürften sogar noch über denen des August-Hochwassers im Jahr 2002 von 4,65 Milliarden Euro liegen", sagte Asmussen. Die Hochwasserkatastrophe gehöre damit "zu den verheerendsten Unwettern der jüngeren Vergangenheit".

Schäden werden noch geprüft

Weil die Kommunikation und die Infrastruktur in vielen betroffenen Gebieten derzeit nicht richtig funktionieren, prüfen die Versicherer den Angaben zufolge noch immer die Höhe der Schäden. Eine aktualisierte Schätzung will der Verband in der kommenden Woche veröffentlichen.

Bundesweit sind derzeit zwar fast alle Wohngebäude gegen Sturm und Hagel abgesichert, wie der GDV ausführte. Allerdings haben nur 46 Prozent der Hausbesitzer den Schutz vor weiteren Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser. Asmussen riet daher zur Überprüfung und Anpassung des Versicherungsschutzes.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Juli 2021 um 17.00 Uhr sowie NDR Info um 15:35 Uhr.